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Reiseblog Dover – St. Michel’s Mount  / 12. – 18. August 2017

Ab sofort herrscht Linksverkehr und die Geschwindigkeit wird in Meilen umgerechnet. Dass wir dazu noch auf der verkehrten (linken Seite) steuern, macht das Ganze auch nicht einfacher. Deshalb gehen wir das Abenteuer gemeinsam und mit angemessener Vorsicht an.

Das Navi führt uns der Küste entlang über Folkestone hinunter bis nach Hastings, einer kleinen Stadt am Meer in der Grafschaft East Sussex.

Einen Parkplatz zu finden, ist in dieser Touristenhochburg wahrlich nicht einfach! In England darf man übrigens auch direkt an der Strasse parkieren, ausser es befindet sich ein gelber Strich am Rand. Dadurch muss man im Zick-Zack Kurs durch enge Gassen kurven.

Hastings bietet nebst der Strandpromenade auch ein Schmugglermuseum, eine Burgruine und zwei Schrägaufzüge, welche die Menschenmenge den Hügel hinaufbefördern.

In der historischen Altstadt finden sich nebst den typischen Pubs unzählige Brokante- und Antiquitätenshops. Die Engländer lieben es, die Trödelläden und Flohmärkte nach «Schätzen» zu durchwühlen. Auffallend ist auch die Dichte an Casinos und Spielhallen.

An der Uferpromenade stehen einige Fischstände, von wo der Tagesfang an den Mann/Frau gebracht wird. Da bei Flut der lange Strand zu schmal ist, um die Fischernetze zum Trocknen auszulegen, gibt es in Hastings eine Besonderheit: die sogenannten Net-Shops. In den schmalen, hohen Brettergebäuden werden die Netze aufgehängt.

Auf anraten unseres Hosts Sue besuchen wir das Bedgebury National Pinetum in der Nähe von Hastings. Es ist ein Naherholungsgebiet, in welchem tausende von verschiedenen Bäumen gepflanzt wurden.

Wir wandern durch die Anlage und geniessen die Vielfalt und die Aromen der teilweise uralten Bäume, das tut der Seele einfach nur gut! Die haben übrigens ein innovatives Parkplatz-Konzept: an Hand des Kennzeichens wird die Parkgebühr bezahlt und beim Ausgang wird das Nummernschild gescannt.

Beim Wasserschloss Bodiam Castle (eher eine gut erhaltene Ruine) inmitten eines hübschen Parks gibt es einen Fotostopp. Kreuz und quer über enge und unübersichtliche Nebenstrassen geht’s durch die ländliche Gegend zurück nach Hastings.

Im Birling Gap Nationalpark direkt am Meer besuchen wir die «Seven Sisters», die weltberühmten, weissen Kalk-Klippen am Meer. Über einen breiten Wiesenpfad geht’s von Klippe zu Klippe.

Es ist angenehm warm und wir können uns ab der beeindruckend schönen Szenerie kaum satt sehen. Es herrscht Ebbe und so steigen wir die Stufen an den steinigen Strand hinunter und freuen uns ab den merkwürdig geformten, farbigen Steinen.

In Brighton verbrachte Stefan mit 17 Jahren drei Monate lang in einer Sprachschule. Er ist gespannt, wie sich die Stadt verändert hat. Auf dem schon von weitem sichtbaren Palace Pier, dem Vergnügungspark auf dem Meer, buhlen münzfressende Automaten und Spielgeräte um die Gunst der vielen Gäste. Eine Unmenge an Fress- und Souvenirbuden runden das bunte und laute Spektakel ab.

Stolz wie eh und je präsentiert sich der Royal Pavilion, der Prachtspalast von Brighton. Er wurde im Auftrag vom Prinzen von Wales errichtet. Seine Vorbilder waren die indischen Mogulpaläste, mit seiner Innenausstattung im chinesischen Stil sei der Pavilion der exotischte Palast von Europa.

Fast mit geschlossenen Augen findet Stefan den Eingang zu seiner ehemaligen Schule wieder. Überraschung, das Eurocenter befindet sich immer noch an der gleichen Adresse wie früher! Gleich dahinter befinden sich die Lanes, ein Wirrwarr aus kleinen verwinkelten Gassen mit Restaurants, Juwelierläden und kultigen Shops.

In einer fünfstündigen Autofahrt (335 Kilometer) gelangen wir via Arundel, Portsmouth, Southampton und Exeter in die Nähe des Dartmoor Nationalparks. Die Engländer lieben es, überall Strassenkreisel aufzustellen. Nebst fast unsichtbar, kleinen treffen wir auch auf dreispurige Kreisel, die zum Teil mit Ampelanlage und einer zusätzlichen Fahrspur durch die Mitte für Verwirrung sorgen. Auf einem kleinen Landgasthof kommen wir für die nächsten zwei Nächte unter.

Beim Tagesausflug in den Nationalpark kurven wir via kleine Nebenstrassen durch die idyllische Landschaft des Nationalparks. Die Gegend wirkt ein wenig eigenartig, ja geradezu gruselig auf uns, es fehlen nur noch die berühmten Nebelschwaden.

Die Geschichte des kleinen Städtchen Tavistock ist eng verknüpft mit der gleichnamigen Abtei, deren Ruinen heute noch im Zentrum sichtbar sind.

Sehenswert ist der spezielle Markt in der Stadthalle, der antike «Pannier Market». Er wurde im Jahr 1105 gegründet und hat bis heute überdauert! Na ja, was die für Schrott, Antikes und Neppes verkaufen, wer soll das bloss alles kaufen?

Auf einer kurzen Wanderung gelangen wir vom hohen Viadukt aus über einen lauschigen Brückenwanderweg entlang wieder zurück in die Altstadt.

In Princetown befindet sich das Informationszentrum des Dartmoor Parkes, es verfügt zudem über ein interessantes Museum. In dieser verwunschenen Gegend ist die Idee zum Film «der Hund von Baskerville» mit Sherlock Holmes entstanden.

Das Dartmoor Gefängnis befindet sich gleich um die Ecke, es ist das berüchtigste Gefängnis Englands. Nur wenigen Ausbrechern gelang jemals die Flucht aus seinen hohen Mauern. Die Gefangenen lebten in ihren Einzelzellen in ständiger Finsternis, die einzige Belüftung bestand aus einem Schlitz unter der Tür, eine Schüssel diente als Toilette.

Bei der anschliessenden Wanderung auf einen Hügel mit dem Namen «Great Staple Tor», treffen wir auf farbige Schafe, welche frisch geschoren und mit pinker Farbe markiert worden sind. Wir trotzen dem kräftig blasenden Wind und sind fasziniert ab der grünen Moorlandschaft und den bizarr geformten Felsen.

Wieder zurück auf unserer Farm wartet ein gedeckter Tisch mit Kerzen und Weingläsern auf unser Abendessen. Aus dem Plattenspieler ertönen die Beatles und der 70-jährige mit Öl gefeuerte Ofen bringt kuschelige Wärme in die Stube. Ein weisser «Stubentiger wartet geduldig auf unsere Streicheleinheiten. Während es draussen regnet, fühlen wir uns hier bestens aufgehoben!

Die Grafschaft Cornwall ist die von den Engländern beliebteste Reisegegend. Über Helston gelangen wir bis hinunter nach Lizard Point, dem südlichsten Punkt der Hauptinsel Grossbritanniens.

Beim Leuchtturm wandern wir dem Coastal Walk den beeindruckenden Felsenklippen entlang. Es ist windig-kühl, trotzdem geraten wir ins Schwitzen, führt der Pfad doch immer wieder rauf und runter.

In Pencanze (bedeutet heilige Landspitze), einer kleinen Stadt am Eingang des Ärmelkanals gibt es eine Kaffeepause und einen Schaufensterbummel.

Im kleinen Fischerdorf mit dem lustigen Namen Mousehole bewohnen wir ein kleines Holzchalet. Im Innern hat man das Gefühl, man befinde sich in einem Museum! Wohin das Auge reicht sind alte Radios, Uhren, alte Bilder und sonstige Antiquitäten ausgestellt. Leider riecht es hier auch dementsprechend muffig.

Der kleine Fischerhafen ist vom Tourismus überlaufen, das einzige Restaurant ist ausgebucht, im ebenfalls gut besuchten Pub können wir mit Glück noch ein kleines Tischchen ergattern. «Fish and Chips», was sonst bestellt man hier? Uns schmeckt’s und die Portionen sind riesig! Danach ist ein Verdauungsspaziergang im Hafenbecken genau das Richtige.

Bei Ebbe geht’s am nächsten Morgen zu Fuss über den schmalen Damm auf den Burgfelsen «St. Michael’s Mount», dem Pendant zum «Mont St. Michel» in Frankreich. Ab 10’30 Uhr kommt die Flut, danach gelangt man nur noch mit dem Fährboot trockenen Fusses auf die Insel.

Im Burgcafé bestellen wir das Cornische Frühstück «Cream Tea». Es mundet vorzüglich und besteht aus einem Krug Schwarztee, zwei «Scones», das sind Gebäckstücke aus Mürbeteig, dazu etwas Sahne und Konfitüre.

Bis zu dreihundert Leute haben früher auf dieser Insel gewohnt. Die Kapelle und das Schloss auf dem Berg wurden im 15. Jahrhundert errichtet und befinden sich unter Privatbesitz, können jedoch besichtigt werden. Auf der Insel befinden sich nebst einem subtropischen Garten noch einige Häuser und Anlagen vor allem religiösen Charakters. Hier gefällt’s uns, die Sonne lacht und wir können einige tolle Fotos knipsen!

 

 

 

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Fortaleza – São Paulo – Foz do Iguaçu https://mostglobal.net/fortaleza-sao-paulo-foz-do-iguacu/ https://mostglobal.net/fortaleza-sao-paulo-foz-do-iguacu/#respond Wed, 07 Jun 2017 12:45:19 +0000 http://mostglobal.net/?p=8832

 

 

Blog Fortaleza – São Paulo – Foz do Iguaçu, Brasilien

Mit über zwei Million Einwohnern ist Fortaleza die fünftgrösste Stadt Brasiliens und ein sehr heisses Pflaster. Der Nordosten des Landes gehört zu den kriminellsten Regionen weltweit. Es gibt Slums in fast allen Bezirken der Stadt. Gemäss Statistiken kommt es alle 13 Minuten zu einem bewaffneten Überfall, dies umfasst jedoch nur die per Anzeige gemeldeten Überfälle, die Dunkelziffer ist erheblich höher!

Unser Hotel befindet sich direkt am breiten Sandstrand von Iracema. Am Abend wird der Strand und die Fussgängerzone mit riesigen Flutscheinwerfer ausgeleuchtet. Die Polizei ist vor Ort präsent, um wenigstens an der Touristenmeile für Ordnung zu sorgen. Der Strand ist sauber und das warme Wasser mit den kleinen Wellen lädt zum Baden ein.

Zu Fuss erkundigen wir das Zentrum der Stadt, bestaunen die imposante Metropolitana Kathedrale und besuchen den Mercado Central. In diesem modernen Gebäude werden auf verschiedenen Stockwerken Ramsch, Klamotten und Souvenirs an die Frau gebracht.

Am Abend spazieren wir dem Quai entlang, wo viele Jogger, Velofahrer und Skater unterwegs sind. Auch Boxer, Tänzer oder Slackline-Balancierer wollen beobachtet werden, es herrscht hier Körperkult, man zeigt, was man hat. Sogar wir lassen uns davon ein wenig anstecken und werden die nächsten Tage unser Fitnesscenter rege besuchen!

Am Nachtmarkt gibt es nebst den üblichen Schrott-Souvenirs auch verschiedenste Fressbuden. Hier decken wir uns mit Maiskolben, Fleisch- und Käsespiessli ein und schlürfen aus der Kokosnuss. Man hat das Gefühl, dass die ganze Stadtbevölkerung am Abend auf dieser Promenade unterwegs ist!

Da es zwischendurch stark regnet, verzichten wir auf einen weiteren Ausflug zum Coco-Park. Schlussfazit: wir fühlen uns in dieser Grossstadt nicht wohl, auch können wir nicht nachvollziehen, wieso Fortaleza und deren Umgebung für viele Brasilianer ein Traumreiseziel ist.

Der Weiterflug verläuft störungsfrei und wir landen bereits eine halbe Stunde früher in São Paulo. Mit dem Uber-Taxi fahren wir 30-Kilometer durch die Stadt, bis wir in unserem Hotel ankommen. São Paulo befindet sich südöstlich von Brasilien, es ist hier bedeutend kühler als in Fortaleza.

Im Hotel werden wir mit einem anderen Gast verwechselt. Die Rechnung stimmt nicht und wir werden in ein muffeliges Zimmer mit uraltem Teppich verfrachtet. Als wir reklamieren, klärt sich die Situation auf und wir erhalten ein besseres Zimmer. Das Hotel hat aber bestimmt schon bessere Tage gesehen (so in den 60er Jahren). Aber vom Fenster aus dem 14. Stock geniessen wir eine tolle Aussicht auf die Wolkenkratzer der Stadt.

São Paulo ist der grösste Ballungsraum in Lateinamerika. In der Metropolregion Grande São Paulo leben 21 Millionen Einwohner! Insgesamt gesehen ist São Paulo die fünftgrösste Metropolregion der Welt.

Wir machen die Stadt unsicher und düsen bequem mit der günstigen Metro zwei Stationen, bevor wir uns der Free Walking Tour anschliessen. In den drei Stunden werden uns die zwei aufstrebenden Stadtgebiete Pinheiros und Vila Madalena nähergebracht.

Die Einheimische Cristy führt unsere kleine Gruppe an, leider verfügt sie über eine «Quietschi-Stimme», die mit der Zeit einfach nur nervt! Wir erfahren vieles über die Geschichte und die Wirtschaft von São Paulo sowie die Gewohnheiten ihrer Einwohner. Viele Szene-Restaurants und Bars sind hier angesiedelt. Was noch interessant ist, in São Paulo gibt es über 60 Strassen, wo praktisch nur je ein Gewerbe angesiedelt ist (Bsp: eine Möbelgeschäftstrasse, eine Hochzeitskleiderstrasse oder eine Sanitärstrasse).

Wir besichtigen zwei Strassenabschnitte, in welchen verschiedenste Künstler ihre Graffitis und Wandmalereien an die Wände gesprayt haben. Die Batman Alley mit den haushohen Murals ist einfach nur fantastisch! Unterwegs kommen wir auch an Kunstwerken des berühmtesten Streetart-Performers der Welt mit dem Namen «Kobra» vorbei.

Beeindruckende Gebäude gibt es auf der dreistündigen Tour nicht zu sehen (ausser dem Tomie Ohtake Building), trotzdem geniessen wir den langen Spaziergang. Wir erhalten auch gute Tipps für Restaurants, welche wir im Anschluss bei einem Steakhaus gleich austesten.

Nach der Tour besuchen wir den São Paulo Cementery. Auf diesem Friedhof liegen 140’000 Menschen begraben. Er ist eine Oase der Ruhe und ist bespickt mit vielen grossen Skulpturen, kunstvollen Statuen und riesigen Grabmalen.

Bereits am nächsten Morgen ist die Free Walking Tour 2 «Old Downtown» angesagt. Auf der Tour treffen wir auf Bülent, einem Türken, der jahrelang in Deutschland gelebt hat und auf Pascal, einen Schweizer Weltenbummler, welcher fünf Jahre in Indien gelebt hat und danach von Madagaskar mit einem Segelschiff über Südafrika nach Brasilien gereist ist, eine spannende Geschichte!

Wir besuchen die Hauptsehenswürdigkeiten der Altstadt, das sind unter anderen die Wolkenkratzer Italia Building, Copan Building, Martinelli Building, die Bibliothek, das Theater, die Kathedrale, die Börse, das Kloster und die Stadthalle. Wir staunen, diese Grossstadt hat doch mehr zu bieten, als wir erwartet haben!

São Paulo besitzt aber auch eine dunkle Seite, in allen Parks und auf öffentlichen Plätzen begegnen wir vielen Obdachlosen, Bettlern und Drögeler, welche herumliegen oder herumlungern und betteln.

Auf dem Nachhauseweg machen wir noch einen Stopp beim Rock-Gallery Einkaufszentrum. Auf sechs Stockwerken verteilt ist das ein wahres Paradies für Skater, Rocker, Piercer, Tattoo und Metal-Fans. Es gibt dort einfach alles zu kaufen, was das Herz begehrt, Stefan ist begeistert!

Nachdem wir die Gegend Paulista vergeblich nach einem passenden Coiffeur abgesucht haben, fahren wir auf Stefan’s Wunsch hin mit der Metro zum Freilichtmuseum Museo Aberto de Arte Urbana. Die Metro verläuft hier oberirdisch auf hohen Betonsäulen. Zwischen drei Stationen wurden diese Säulen von Graffiti-Künstlern verschönert. Wir knipsen tolle Fotos und bestaunen die farbigen Kunstwerke. Einziges Manko, dazwischen liegen Bettler und Obdachlose herum, krass!

Am Abend geniessen wir in einer Churrascaria die brasilianischen Fleischspezialitäten. An langen Spiessen werden die gebratenen Fleischstücke an den Tisch gebracht und auf Wunsch ins Teller geschnitten. Da wir bei diesen Leckereien schlecht nein sagen können, sind unsere Bäuche kurz vor dem Platzen, als wir das Restaurant verlassen.

Als wir am Gate auf unseren Weiterflug nach Foz do Iguaçu warten, treffen wir wieder auf unsere Deutsch/Schweizer Freundinnen Julia und Belinda, was für ein Zufall! Der 1 1/2 stündige Flug verläuft ruhig und entspannt.

Mit dem öffentlichen Bus gelangen wir fast gratis in die Stadt und von der Bushaltestelle ist es nur ein Katzensprung bis zum Hotel. Am Abend haben wir mit den beiden Mädels abgemacht, wir testen den besten Italiener der Stadt. Naja, hier würde ein verwöhnter Italiener vermutlich nicht glücklich werden.

Ein grosser Tag bricht an, wir werden heute Helikopter fliegen! Zusammen mit unseren Reisebekanntschaften fahren wir zum Eingangsportal des Nationalparks. Beim Heliport angekommen, wählen wir die 35-minütige Variante und bereits eine halbe Stunde später geht’s los.

Wir werden zum nahen Hangar gefahren, da der Heli dort auftanken muss. Wir steigen ein, werden festgeschnallt, erhalten die Kopfhörer und schon heben wir ab. Es ist ein tolles Gefühl, die Welt von oben zu beobachten, auch wenn der stahlblaue Himmel innert 10 Minuten weissen Wolken weichen musste.

Wir fliegen zuerst über das Dreiländereck Brasilien, Paraguay und Argentinien, welches von zwei Flüssen geteilt wird. Ein Flussteil scheint dreckig braun, der andere weist eine normale Färbung auf.

Als nächstes folgen die Städte Foz do Iguaçu und Ciudad de Este von Paraguay. Danach düsen wir weiter zum gigantischen Wasserkraftwerk Itaipu, dem zweitgrössten Kraftwerk der Erde! Gewaltige Wassermassen wälzen sich durch die Turbinen.

Schlussendlich fliegen wir über den Regenwald von Brasilien auf die Iguaçu-Fälle hin. Bereits von weitem ist die Wolke sichtbar, welche aus der Gischt der Wasserfälle entsteht. Endlich ist es soweit, dreimal überfliegen wir die ganzen Wasserfälle und können uns ab dem imposanten Szenario nicht satt sehen. Später beim Heliport angekommen, steigen wir alle mit glücklichen Gesichtern aus dem Helikopter aus, dieser Flug hat sich wirklich gelohnt!

Nachdem wir die Nationalpark-Gebühr bezahlt haben, werden wir mit dem Shuttle-Bus zu den Fällen transportiert. Wir posieren für Fotos vor den gigantischen Fällen und köpfen zur Feier des Tages die mitgebrachte Chachaça-Flasche mit Maracujageschmack.

Wir folgen dem Wanderweg den Fällen entlang. Es ist leicht bewölkt, trotzdem sehen wir einige Regenbogen im Wasser glitzern.

Die Iguaçu-Wasserfälle bestehen aus 20 grösseren und 255 kleineren Wasserfällen mit einer Ausdehnung von über 2,7 Kilometern. Einige davon sind bis zu 82 Metern hoch. Das berühmteste Wasserfallsystem ist das Garganta do Diabo «Teufelsschlucht», eine u-förmige, 150m breite und 700m lange Schlucht.

An einigen Aussichtspunkten werden wir nass, es ist jedoch ein Erlebnis, den Wassermassen so nahe zu kommen. Auch den lustigen (und gefrässigen) Nasenbären begegnen wir zu Hauf. Schelmisch versuchen sie Esswaren von den Touristen zu klauen oder zu erbetteln.

Ein weiterer Hingucker sind die verschiedenfarbigen Schmetterlinge, welche uns zahlreich um die Köpfe fliegen.

Am nächsten Tag besuchen wir den Parque das Aves, den Vogelpark. Hier gibt es über 140 Spezies und 1’100 Tiere zu beobachten. 50% der Tiere waren verletzt und sind gerettet worden, 43% der Vögel sind im Park geboren worden, zudem wird hier Forschung und Wiedereingliederung betrieben.

Uns fasziniert, dass in der regenwaldähnlichen Anlage auch wilde Tiere anzutreffen sind. So begegnen wir unserem ersten Tukan, sehen Affen, Agutis, Kolibris und Schmetterlinge.

Die grosse Parkanlage mit riesigen Vogelgehegen beherbergen Adler, Geier, Papageien, Tukane, Casuaris, Flamingos, ein Schmetterlingshaus und viele andere Tiere. Durch einige der Gehege kann man durchlaufen, um die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Uns gefallen vor allem die Tukane mit ihren riesigen, farbigen Schnäbeln und die grossen Papageien.

Tja, unsere Südamerika-Reise geht somit langsam aber sicher zu Ende. Wir fliegen von Foz do Iguaçu nach São Paulo, wo wir noch eine Nacht in der Nähe des Flughafens verbringen. Danach folgt ein Stopp-Over in Lissabon, wo wir kurz das Zentrum der Stadt besuchen. Am Abend erreichen wir dann unseren Zielflughafen Zürich.

Wie geht es weiter? Lasst euch überraschen, wir werden diese Homepage in Kürze mit unseren nächsten Reiseerlebnissen füttern!

 

 

 

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Belem – São Luis – Barreirinhas – Jericoacoara https://mostglobal.net/belem-sao-luis-barreirinhas-jericoacoara/ https://mostglobal.net/belem-sao-luis-barreirinhas-jericoacoara/#respond Mon, 05 Jun 2017 21:24:18 +0000 http://mostglobal.net/?p=8735

Blog Belem – São Luis – Barreirinhas – Jericoacoara

Um 6 Uhr morgens im Hotel angekommen, tauchen bereits die ersten Sprachschwierigkeiten auf. Praktisch niemand spricht im Norden von Brasilien Englisch oder Spanisch, deshalb werden wir die nächsten Tage mit Händen und Füssen kommunizieren. Auch die Bestellung aus einer portugiesischen Menukarte entpuppt sich als «Menu Surprise».

An der Rezeption machen sie uns klar, dass Check-in Zeit erst um 14’00 ist. Wenn wir früher aufs Zimmer wollen, müssten wir 80 USD zahlen. Das ist viel mehr, als wir für eine Nacht bezahlen! Also warten wir in der eiskalt heruntergekühlten Lobby, bevor wir uns auf den Weg machen, um die Stadt zu besichtigen.

Am Morgen früh sind die Shops noch alle geschlossen, es stinkt in den Strassen nach Abfall und Urin, nicht wirklich reizvoll. Bei der Flussmündung findet jeden Tag der Mercado Ver-o-Peso (Fischmarkt) statt. In der Hafenmole herrscht Ebbe und unzählige Geier und Reiher streiten sich um die besten Fischresten, welche die Fischer wegwerfen.

Der Markt ist laut und überfüllt. Es ist spannend zu sehen, was da alles für verschiedene Fischarten und Crevetten angeboten werden. Gleich neben dem Fischmarkt gibt es noch verschiedenste Früchte, Gemüse, Fleisch, Nüsse sowie geheime Getränkemixturen der Kräuterhexen zu kaufen. Wir decken uns mit leckeren Pekan- und Cashew-Nüssen ein.

Sehenswürdigkeiten sind die Metropolitan Kathedrale und das kleine Fort Presepio, sowie die Kolonialbauten, die sich zum Teil in einem erbarmenswerten Zustand befinden.

Ein weiteres Highlight sind die Estação das Docas. Die alten Dockgebäude beherbergen jetzt verschiedene Restaurants, eine Brauerei, Eisdielen und eine Shopping-Meile.

Wir müssen unbedingt unsere Wäsche waschen lassen, der Regenwald hat da unangenehme Gerüche hinterlassen (eine leichte Untertreibung). Zu Fuss und per Taxi versuchen wir es bei fünf verschiedenen Internetadressen. Eine Wäscherei hat geschlossen, zwei gibt es gar nicht mehr und zwei weitere verlangen horrende Preise. Erst am nächsten Tag werden wir fündig. Mit der Angestellten kommunizieren wir mit Zetteli, welche wir vorher mit portugiesischen Sätzen gefüllt haben.

Nach einem einstündigen Flug landen wir in unserer nächsten Destination São Luis. Frankie, der Hostelbesitzer erwartet uns um 5.30 Uhr, wir erhalten ein kostenloses Frühcheck-in! Die Posada Frankie datiert aus dem Jahre 1860 und wurde von dem Dänen und ehemaligen Schiffsbauer komplett renoviert.

Wir geniessen unser Himmelbett und der schöne Parkettboden, in diesem Haus fühlen wir uns sehr wohl! Der kleine Innenpool unter einem grossen Mangobaum lädt zum Schwimmen ein, er ist erfrischend kühl und das tut gut, nach den gefühlten 43 Grad Hitze draussen!

Zu Fuss besuchen wir das kleine Stadtzentrum (UNESCO-Weltkulturerbe), auch hier gibt es leider viele heruntergewirtschaftete Gebäude. Charakteristisch für die Altstadt sind die mit portugiesischen Fliesen «Ajulejos» bedeckten Fassaden. Wir staunen ab den unzähligen Souvenirshops die es hier gibt, verglichen mit den wenigen Touristen! Zudem gibt es in allen Shops ähnliche Ware zu kaufen.

Am Abend zeigt uns Frankie noch seine neuste Errungenschaft: ein baufälliges Haus, welches er am Umbauen ist, um dort Langzeit-Zimmer zu vermieten. Das Haus hat Substanz, da ist aber noch viel Arbeit zu erledigen!

Frankie führt uns zu einer Cachaça-Bar, um den örtlichen Schnaps zu degustieren. In dem kleinen, unscheinbaren Laden sind alle Regale gefüllt mit verschiedensten Cachaça Destillaten der Marke Eigenbrau. Wir erhalten den Zuckerrohrsaft mit Maracuja, Zimt und Ingwer-Geschmack zum Probieren, der schmeckt lecker und hebt die Stimmung, hicks! Leicht angesäuselt und mit zwei kleinen Flaschen bewaffnet treten wir den Heimweg an.

Den Besuch des neu eröffneten Kulturzentrums Centro Cultural Vale Maranhão können wir wärmstens empfehlen! Nach dem Eintrag ins Gästebuch empfängt uns ein junger Mann mit rudimentären Englischkenntnissen. Er führt uns durch die Multi-Media Ausstellung. In einem Raum sitzen wir auf einer Schaukel und erhalten eine Virtual-Reality Brille aufgesetzt. Wir fühlen uns in schwebendem Zustand und blicken auf eine bunte, animierte Welt hinunter. Je mehr wir schaukeln, desto höher fliegen wir durch die virtuelle Umgebung, wirklich faszinierend!

Bei einer anderen Installation legen wir uns auf einem Liegestuhl. Mit der Brille werden wir in ein Strandszenario «gebeamt». Ein Heizstrahler sorgt für die Wärme und ein Ventilator für den Wind. Die Geräusche des Meeres aus dem Kopfhörer und das Bild eines gutgebauten Strand-Beaus (oder je nach Wahl einer Badenixe) vor den Augen lässt uns kurz vom Strandleben träumen.

Zusammen mit zwei weiteren Gästen aus dem Casa Frankie, Belinda aus der Schweiz und Julia aus Deutschland, fahren wir mit dem Taxibus fünf Stunden lang bis nach Barreirinhas. Die Mädels sind beide auch schon länger unterwegs und dank den interessanten Diskussionen verläuft die Fahrt wie im Fluge.

Die Stadt liegt an einem grossen Fluss und dient als Ausgangspunkt zum Nationalpark von Lençóis Maranhenses, den sogenannten «Bettlaken-Dünen». Der Tour-Guide Jhonatas, der über einen englischen Wortschatz von ca. 10 Wörtern verfügt, kann uns mit Händen und Füssen überzeugen, zwei Tagestouren bei ihm zu buchen.

Früh am Morgen werden wir von einem Offroad-Fahrzeug abgeholt, unterwegs laden wir noch weitere Passagiere auf und los geht es zur Fähre, wo wir über den Fluss setzen und unser Abenteuer im Nationalpark startet.

Es folgt eine coole Offroad-Tour durch die Sümpfe, manchmal muss das Geländefahrzeug durch einen Meter tiefen Bach hindurch, das klappt aber immer prima. Auf einer hohen Sanddüne halten wir an. Mit Jhonatas als Führer wandern wir zu dritt durch die beeindruckende Dünenlandschaft.

Was jetzt folgt, kann mit Worten schlecht beschrieben werden, auch Fotos können dem Wunder der Natur nie gerecht werden. Wir sind einfach überglücklich und bringen das breite Grinsen im Gesicht fast nicht mehr weg! Etwa sechs Stunden (inklusive Badezeit) wandern wir barfuss über die Dünen, schwimmen in fünf verschiedenen Lagunen und durchwaten unzählige weitere Lagunen.

Die ganze Zeit sind keine weiteren Touristen weit und breit zu sehen, kein Abfall verschandelt die wunderschöne Gegend, das ist Natur pur. Wir hören dem Rauschen des Windes zu und geniessen die angenehmen Temperaturen der Luft und das Baden im glasklaren, warmen Wasser. Hinter jeder Sanddüne wartet wieder ein neues zum Planschen einladendes Regenwasserbecken auf uns.

Als wir aus der letzten Lagune heraus waten, erschrickt Jhonatas, er sieht eine Schlange im Wasser! Die ist zwar winzig dünn und nur ca. 15cm lang, aber am besorgten Gesicht unseres Führers sehen wir an, dass das Vieh nicht ungefährlich ist.

Der Abenteuer noch nicht genug, ein Quad fährt uns entgegen. Das Essen wartet und wir werden abgeholt. Wir sitzen hinten auf dem Quad und flitzen durch die Dünen, später durch den Wald hindurch, alles auf hügeligen Sandpisten. Ein tolles Gefühl, wir müssen aber stets aufpassen, dass wir nicht herunterfallen, da wir uns nirgends gut festhalten können.

Nach dem überteuerten Mittagessen (ja, wir fühlen uns abgezockt), relaxen wir in der Hängematte, bevor wir die letzte Sanddüne hochklettern, um die Aussicht auf die Laguna Bonita zu geniessen. Der spektakuläre Sonnenuntergang bleibt uns wegen der Bewölkung verwehrt. Wir sind uns trotzdem einig, dass dieser Ausflug zu den schönsten Erlebnissen auf unserer gesamten Reise zählt!

Beim zweiten Tagesausflug werden wir mit dem Boot in der Lodge abgeholt. Da wir ganz vorne sitzen werden wir vom Wind «gesandstrahlt», sobald wir in die Nähe einer Düne kommen. Die Aussicht auf die Mangroven, die Palmen und Wälder ist eindrücklich, am Himmel hoch begleiten uns Geier und Adler.

Unterwegs halten wir an einer grossen Sanddüne, hier werden bei einem Restaurant eine Horde Affen angefüttert. Die sind natürlich ein willkommenes Fotosujet, obwohl, die Viecher haben es faustdick hinter den Ohren. Sie klauen alles, was nicht niet und nagelfest ist!

In einem kleinen Dorf machen wir einen weiteren Stopp, von wo aus wir den Leuchtturm besteigen können, um die tolle Rundumsicht auf die Umgebung und die Meereslagune zu geniessen. Wir gönnen uns danach einen leckeren «Caipi» an der Strandbar. Hmm, in Moni’s Drink schwimmen fünf Ameisen herum, muss das so sein?

Wieder zurück in der Lodge, informiert uns Jhonatas über unsere Weiterreise. Es ist nicht einfach und vor allem teuer, von hier aus nach Jericoacoara zu gelangen. Nach einigen Diskussionen, Telefonen und unterschiedlichen Preisvorstellungen (und mit leichtem Knurren seinerseits), finden wir schlussendlich eine Lösung. Dazu müssen wir jedoch einen Tag länger in unserer Lodge weilen.

Mit einem 4×4 Toyota werden wir pünktlich abgeholt. Anstelle der drei anderen Touristen, welche unterwegs aussteigen sollten, erwarten uns eine Französin und ein Brasilianer, beide auch mit dem Endziel Jeri (Abkürzung für Jeriocoacoara).

Auf der sechsstündigen Fahrt kurven wir praktisch über sämtliche Strassenbeläge. Es geht von geteerten Strassen (mit vielen fiesen, tiefen Löchern), «Bsetzistei» über Geröll bis zur Sandpiste, am Schluss dem Sandstrand entlang. Die Federung des Autos ist zwar in Ordnung, trotzdem werden wir so richtig durchgeschüttelt.

Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrszeichen werden in Brasilien einfach übersehen. Unser Fahrer fühlt sich auch mit 125 km/h in der 60-er Zone sehr wohl. Auch eine doppelte Sicherheitslinie ist kein Hindernis zum Überholen von langsameren Fahrzeugen oder zum Ausweichen der Schlaglöcher.

Im kleinen Städtchen Jeri gibt es nur Sandpisten, keine geteerten Strassen. Wir werden direkt bei unserem Appartement abgeladen. Die Wohnung ist geräumig und bestens eingerichtet, mit Terrasse und Blick auf einen kleinen Pool. Wir spazieren ins Zentrum, um unsere Essensvorräte aufzustocken, damit wir wiedermal selbst etwas feines Kochen können. Bei einem Glas Rotwein geniessen wir auf der Dachterrasse den Sternenhimmel und die Sternschnuppen.

In Jeri ist es fast Pflicht eine Buggy-Tour zu buchen, leider kann man diese Fun-Cars nicht selber fahren. Unser Chauffeur Jorge platziert uns hinten auf die Sitzfläche und wir fahren hinaus zum Nationalpark von Jericoacoara, wo wir auf die höchste Düne (über 70m hoch) raufklettern, um den Park zu überschauen.

Wir kurven über die holprige Sandpiste, Jorge ist zum Glück ein sehr vorsichtiger Fahrer, so rüttelt es nicht allzu stark. Unser Ziel ist der Lagoa do Paraiso, die Paradieslagune. Es gibt hier ein grosses Restaurant und einen Sandstrand. Das Coole ist, dass es hier Hängematten im Wasser gibt. Der Regenwassersee ist etwa einen Meter tief und so faulenzen wir in den Hängematten im warmen Wasser. Natürlich dürfen hier auch die obligatorischen Selfie-Fotos nicht fehlen.

Die Reise führt uns auch zur Laguna Azul, wo wir zu Fuss auf eine kleine Insel waten. Hier kann man sich direkt im Wasser an Stühle und Tische setzen. Wie der Name schon sagt, prägt dieser See seine sehr schöne Färbung.

Im Fischerdorf Prea verspeisen wir am Sandstrand frischen Fisch mit leckerem «Pirão». Pirão besteht aus Fischsud, Maniokmehl und Kokosmilch, sieht aus wie grober Kartoffelstock und schmeckt köstlich. Wir bestaunen die unerschrockenen Kite-Surf Profis, die zum Teil meterhohe Sprünge locker hinkriegen.

In der frühen Morgenstunde (später wird es viel zu heiss) wandern wir die drei Kilometer zum Pedra Furada. Das ist eine Felsenbrücke im Meer, deren Felsformation in verschiedenen Farben leuchtet. Das mitgebrachte Frühstück wollten wir eigentlich gemütlich beim Felsen verspeisen. Kleine, weisse Fliegen machen unseren Plan zunichte. Wir haben Angst, dass es sich hier um fiese Sandfliegen handelt (es waren zum Glück keine).

Die weiteren Tage in Jeri dienen zu unserer Entspannung. Am Abend besteigen wir die grosse Sanddüne, um mit einem Caipi in der Hand den Sonnenuntergang im Meer zu bestaunen. Danach zeigen die Einheimischen am Strand ihr Können im Capoeira, dem Kampftanz mit Ursprung aus der Zeit der afrikanischen Sklaven. Traditionell wird zu den Kämpfen Musik gespielt und gesungen. An den verschiedenen, mobilen Drinkständen entdeckt Moni ihren «Maracujoska», der besteht aus frisch gepresstem Marajucasaft, Vodka und Rohrzucker, Prost!

Die Weiterfahrt nach Fortaleza ist auch kein Zuckerschlecken. Zuerst fahren wir mit einem Jeep 50 Minuten lang über die Sandpiste bis nach Jijoca, danach mit dem Car (welcher in jedem Dorf anhält) weitere 6 ½ Stunden durch die Palmenlandschaften, bevor wir im Busterminal von Fortaleza ausgeladen werden.

 

 

 

 

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Blog Suriname

Fast eine Stunde vor Zeitplan landen wir in Suriname. Bereits im Flieger wird uns mitgeteilt, dass die Einreise/Zollbestimmungskarten ausgegangen sind. Bei der Zollbehörde wird dieses ansonsten «extrem» wichtige Detail einfach vergessen. Dafür dürfen wir je 35 USD Touristen-Visagebühren abdrücken, bevor wir den ersehnten Einreise-Stempel erhalten. In Suriname wird auf der falschen (linken) Seite Auto gefahren, dabei handelt es sich wohl noch um ein Überbleibsel der früheren, englischen Kolonialmacht.

Suriname feiert seit dem Jahr 1975 seine Unabhängigkeit von den Niederlanden, die Einwohnerzahl liegt bei ungefähr 540’000, davon leben fast die Hälfte in der Hauptstadt Paramaribo. Die Stadt liegt am Ufer des Flusses Suriname, ca. 23 km stromaufwärts vom Atlantik entfernt. Noch immer besteht fast 80% des Grundgebietes aus Regenwald mit mehr als 1’000 Baumarten. Dieser Urwald ist Teil des grössten Regenwaldes der Welt, des Amazonas-Urwaldes.

Bezahlt wird in Suriname-Dollar oder in USD, es ist aber gar nicht so einfach, an die einheimische Währung zu gelangen. Erst nach viel Geduld erhalten wir an der fünften ATM-Maschine die gewünschten Scheine.

Paramaribo ist ein faszinierender Schmelztiegel aus verschiedensten Religionen, Menschen und Architektur. Eine spannende Mischung, wie wir sie bisher in Südamerika noch nirgends so intensiv angetroffen haben. Die beeindruckenden, holländischen Kolonialbauten (Unesco-Weltkulturerbe) sind zum Teil in einem baufälligen Zustand, auch auf die Plastik-Abfallberge am Flussufer könnten wir gut verzichten. Wir staunen ob den vielen afrikanisch-stämmigen Menschen, man fühlt sich fast wie im tiefsten Afrika! Vor allem die wilden, ausgeflippten Frisuren sind ein farbenfroher Hingucker.

Wir wühlen uns durch indische Krimskrams-Shops, spazieren vorbei an verschiedensten Gottestempeln und staunen ab den grossen, chinesischen Leuchtreklamen bei den Supermärkten. Der Palmengarten, der Präsidentenpalast und die grosse Markthalle mit den verschiedensten Gerüchen sind weitere Hauptattraktionen auf unserer Besichtigungstour.

Wir wollen das Land und den Regenwald erkundigen und haben in Paramaribo eine achttägige Tour gebucht. Der erste Reiseabschnitt führt uns mit dem Bus ins Naturresort Berg en Dal. Als wir aus der Stadt fahren, schafft es der Bus maximal auf 25km/h, eine Getriebe-Panne? Wir fahren links ran und warten, bis ein Busersatz eingetroffen ist.

Stefan gönnt sich beim anschliessenden Mittagessen auf der Lodge eine feine Suppe. Die orange Peperoni, in welche er mit Wonne hineinbeisst, entpuppt sich als Surinamesische Habanero der Marke VORSICHT, TEUFLISCH SCHARF!!!!!!! Stefan braucht Minuten um sich zu erholen, Schweissausbruch, Tränen und zum Schluss ein Lachanfall inklusive! Das «Missgeschick» macht dann auch rasch im ganzen Resort die Runde, «don’t mess with suriname pepper» schmunzelt später ein Angestellter, die dienen eigentlich nur als Gewürzdekoration in der Suppe!

Als wir an der Rezeption nach den Dschungelwalks fragen (auf dem Programm sind zwei Touren) meint die Anbieterin, die seien nicht verfügbar. Es sei zu nass gewesen und es liegen Baumstämme auf dem Weg, wir sollen doch Ende Monat wiederkommen. Na toll, extra deswegen sind wir doch hierhin gekommen, Stefan ist entsprechend sauer!

Unsere Häuschen im Urwald ist geräumig und verfügt sogar über eine Klimaanlage! Relaxen auf der gedeckten Terrasse ist angesagt, es regnet jetzt in Strömen. Tja, willkommen im Regenwald, wir sind mitten in der Regenzeit angelangt, in der es jeden Tag mindestens einmal kräftig regnet. Auch am Abend sitzen wir draussen, um den Leuchtkäfern zuzuschauen und den verschiedensten Tiergeräuschen zu lauschen.

Wir haben uns für die Tour «historische Wanderung» angemeldet. Mit dem Bus fahren wir ins Dorf Berg en Dal. Kaatje, der einzige Bewohner der ehemaligen Holzplantage, begrüsst uns und erzählt, dass vor dem 80er Jahre Krieg hier noch hunderte, kleine Häuschen standen. Der berühmte holländische Fussballer Clarence Seedorf stammt übrigens aus diesem Dorf und ist mit unserem Führer verwandt! Kaatje hat über dreissig Jahre in Rotterdam gewohnt und ist danach wieder in seine Heimat zurückgekehrt, wo er zuerst Wild gejagt, danach illegal Gold geschürft hat und jetzt Touristen durch seine Heimat führt.

Die Sklaven lebten für ihre Verhältnisse in sehr luxuriösen Behausungen und wurden auch sonst gut gehalten. Man hatte Angst, dass sie sich sonst mit den Eingeborenen (Maroons) zusammentun und gegen die Kolonialmacht rebellieren. Berg en Dal war die äusserste Plantage des ganzen Landes, weiter draussen gab es nur Urwald.

Wir kriegen Wanderstöcke und Kaatje zeigt uns sein Revier, in seinem kleinen Museum hat er Utensilien aus dem Dorf zusammengetragen. Danach wandern wir auf den Amarillo-Hügel hoch, wo ein alter Friedhof steht. Man sieht nur drei Steingräber, bei allen übrigen Gräbern sieht man höchstens noch die Gruben, wo sich die Erde gesenkt hat. Es ist nicht bekannt, seit wann und wie viele Menschen hier begraben wurden.

Kaatje erzählt uns über einige Pflanzen und Früchte auf dem Weg rauf und wieder runter. Wir sehen blaue Schmetterlinge und Kolibris. Zurück in der Lodge begegnen uns einige riesige Chamäleons und Igutis, die sehen aus wie riesige Meerschweinchen und hüpfen wie die Hasen durchs Dickicht.

Endlich beginnt für uns das (von Stefan) ersehnte Abenteuer Urwald! Zusammen mit Naomi und Zita aus Amsterdam fahren wir mit dem Bus eine gut geteerte Strasse bis zum Hafen von Aijoni. Von hier aus geht es mit dem Boot weiter. Es gibt da nur ein kleines Problem, beide Tankstellen sind leergeräumt und es gibt kein Benzin mehr für die Boote!!! Der chinesische Händler habe mehr Benzin als sein Kontingent erlaube bestellt. Daraufhin habe die Polizei gleich die ganze Ladung gestoppt, krass!

Während wir unser Essen erhalten in einem kleinen Restaurant, telefoniert unser Führer Chapeau herum. Wir können unterwegs in einem Dorf Benzin kaufen. So fahren wir mit unserem Langboot (ohne Unterschlupf) dreieinhalb Stunden den Surinamfluss aufwärts. Unterwegs holen die Männer Benzin, während wir Touristen den einheimischen Frauen zuschauen, wie sie ihre Küchenutensilien, ihre Wäsche und sich selber in diesem braunen Wasser reinigen.

Unterwegs beginnt es zweimal an stark zu regnen, es giesst in Strömen und wir werden trotz Regenschutz nass. Wenigstens ist es warm und unser Gepäck ist unter einer Plane geschützt. Ansonsten geniessen wir die Bootstour und den Urwald um uns herum. Ab und zu fahren wir an kleinen Dörfern oder einer Lodge vorbei, bis wir auf unserer Insel «Pingpe Lodge» anlanden. Nootje und «Digicell» heissen uns willkommen. Sie sind für die nächsten zwei Tage unsere Führer.

Klitschnass beziehen wir unsere sehr einfache Unterkunft. Die ist geräumig, hat eine Dusche und ein WC. Die Unterkunft wird nicht nur von uns bewohnt. Moni erschrickt, als wir Licht machen und ihr eine Fledermaus um den Kopf fliegt! Später nennen wir uns Haustierchen dann liebevoll «Betty-Bat». Zudem teilen wir unser Zimmer mit Spinnen, Ameisen, Käfern, kleinen Kakerlaken, Insekten und Gekos. Welcome to the Jungle! Wenigstens können wir uns in der Nacht unter ein schützendes Mosquitonetz verziehen.

Bereits um 5.30 Uhr werden wir geweckt, auf geht’s zur gemütlichen «Kaffeefahrt», bei einer wärmenden Tasse Kaffee oder Tee lassen wir uns mit dem Langboot den Surinam hinuntertreiben. Die Nebelschleier lichten sich langsam und erste Sonnenstrahlen wärmen unsere Körper. Still lauschen wir den Geräuschen des Dschungels. Eine kleine Zikade (Grille) verursacht den Lärm einer Motorsäge! Wir beobachten Kingfisher, Reiher, Papageien und sichten sogar einer kleinen Horde Affen. Es sind kleine «Goldenhand Tamarinds», alle grossen Affenarten wurden von den Einheimischen gejagt und verspeist.

Um acht Uhr wird in der örtlichen Schule strammgestanden, die surinamische Flagge gehisst und dazu gesungen. Wir besichtigen eine christliche Schule, wo über hundert Kinder gelehrt werden. Die Schulleiterin begrüsst uns und beantwortet diverse Fragen. Im Unterricht wird gesungen, geschrieben, Mathe gebüffelt und gelesen, Computer gibt es in dieser Schule keine. Zu Hause gehen die Familien ihren Vodoo-Ritualen nach, in der Schule werden die Kids zu Christen erzogen.

Später steht eine vierstündige Dschungeltour auf dem Programm. Die geschulten Augen von Nootje finden für uns den kleinsten Frosch, die grösste Ameise, Echsen, Tausendfüssler, einen schwarzgrünen Pfeilgiftfrosch, eine schwarze Vogelspinne, Faultiere und vieles mehr. Als krönender Abschluss klettern wir den «Ananas-Hügel» hoch, von wo aus wir ziemlich verschwitzt die tolle Aussicht auf die Umgebung geniessen.

Tropfnass vor Hitze, kommt danach ein Bad in den Stromschnellen gerade recht. Wir halten uns am Teppich der Grünpflanzen fest und lassen uns wie auf einer Wasserrutsche treiben.

Nach einer kurzen Erholungsphase düsen wir schon wieder los, um das Dorf Penpe zu erkundigen. Hier wohnen drei Grossfamilien eines Maroon-Stammes, ca. 200 Leute. Die jungen, kräftigen Männer arbeiten jedoch in Paramaribo oder wenn sie Glück haben in Franz. Guyana. Hier gibt es kaum Jobs und dort kriegen sie mehr Geld. Die Männer können bis zu sieben Frauen haben, sie müssen aber (unter anderem) pro Frau mindestens drei Gebäude aufstellen, ein Wohnhaus, eine Küche und eine Vorratskammer. Die Frauen dürfen übrigens den Friedhof auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses nie betreten, erst wenn sie verstorben sind. Leichname werden einbalsamiert und zum Teil (je nach Wichtigkeit) bis zu Monaten draussen aufbewahrt, bevor sie dann in ihr Grab gelegt werden.

Bereits das Betreten und Verlassen des Dorfes ist für uns eher speziell. Männer gehen den linken Pfad, die Frauen rechts durch. Wenn eine Frau die «Mens» hat, muss sie um die Eingangspforte herumgehen, ansonsten bringt sie schlechte Geister ins Dorf hinein! Sie schläft dann separat und darf auch nicht für andere Leute kochen! Die Menschen glauben hier noch an die Macht des Vodoo und deren Zauber. Sie haben Opferplätze (welche nicht fotografiert werden dürfen), wo sie Alkohol und Kräuter opfern und die Ahnen und die Erde anbeten! Wir fühlen uns hier ein wenig wie im Mittelalter, es ist authentisch und hat nichts Massentourismus zu tun!

Obwohl wir nach dem taffen Tagesprogramm todmüde sind, steht noch eine Tanzvorführung der lokalen Tanzvereinigung auf unserem Programm. Die Frauen klatschen mit den Händen und Singen Geschichten aus dem täglichen Leben, dazu wird getanzt. Auffällig ist, dass sie sich immer vorbeugen, so wie sie Lebensmittel am Boden stampfen würden. Der ekstatische Bauchtanz ist sicher nicht einfach nachzumachen. Auch wir Touristen werden aufgefordert, uns zu bücken und unsere Hintern im Takt zu schwenken (eher mit weniger Erfolg).

Back to Basic – heisst der abenteuerlichere Teil unserer Reise. Zusammen mit Peter, Liesbeth und Reza sowie zwei Frauen vom Dorf (unsere Trägerinnen) und unserem Führer Chapeau fahren wir mit dem Boot rüber zum Dorf. Von hier aus geht es zu Fuss ca. 10 Kilometer oder vier Stunden in den Urwald hinein. Wir wandern im Sekundär- und Primärwald. Sekundärwald: hier wurden die alten, hohen Bäume gerodet, deshalb ist jetzt alles zugewachsen und finster. Primärwald: die hohen Bäume stehen noch, unten wächst nicht viel nach, da braucht es keine Machete.

Chapeau geht vor, danach folgen wir, als Schluss die beiden Frauen mit den Flipflops und den schweren Blecheimern auf dem Kopf (mit unserer Verpflegung). Einmal lässt eine Trägerin alles fallen, die sind also auch nicht unfehlbar.

Was wir unterwegs alles sehen nebst der zum Teil unberührten Natur: giftige Frösche, Zikaden, riesige Blattschneiderkolonien (bis zu 6 Meter tiefe Bauten), Wurmröhren und… direkt auf unserem Pfad liegt die gefährlichste Schlange des Dschungels, eine «Bushmaster» Buschmeisterschlange! Chapeau tötet das Tier mit einem starken Ast. Es sei zu gefährlich, die nur fortzujagen, weil sie wiederkommen kann und ihr Biss einen Menschen tötet.

Chapeau hat gute Augen und sieht Tiere, allen voran die Frösche, die so gut getarnt sind, dass wir sie manchmal nicht von einem Blatt unterschieden können.

Chapeau erklärt uns auch die Buschpolizei, das ist ein Vogel: sobald er menschliche Geräusche hört, warnt er mit einem lauten Geschrei alle Tiere in der Umgebung. Vor allem die Jäger haben ihre Mühe mit diesen Vögeln!

Der Telefonbaum ist ein wichtiges Kommunikationsmittel im Dschungel, wenn man mit der Machete oder einem Ast dagegen haut, tönt das extrem laut und ist von weitem hörbar. Dreimal schlagen heisst SOS, ich brauche Hilfe! Ein anderer Baum «wandert» mit seinen Ästen einige Meter durch den Wald. Ein weiterer Baum nimmt die Nahrung nicht über Wurzeln auf sondern hat extrem lange Stacheln, mit denen er Baumreste und Blätter auffängt, die dann kompostiert werden und ihm als Nahrung dienen, Wunderwelt Natur!

Es ist heiss und drückend im Urwald, regnet aber zum Glück nicht. Auch einige kleine Bäche werden mit langen Holzstöcken als Balance überwunden. Wir und unsere Kleider tropfen vor Schweiss. Die arme Moni weist am Schluss an ihren Beinen unzählige Beiss- oder Stichwunden auf.

Nasty und zwei weitere Buschmänner heissen uns im Camp willkommen. Sie arbeiten an der Buschtoilette, einem Plumpsklo im Dschungel. Es wird aber heute nicht fertig… wir sollen einfach ein Loch graben und das danach wieder zuschütten… naja, zum Glück «müssen» wir nicht! Raus aus den verschwitzten Klamotten, wir gönnen uns ein kühlendes Bad im kleinen Fluss, eine Wohltat!

Danach versucht sich Stefan beim Angeln. Ein riesiger Angelhaken und ein Stück Poulet dienen als Köder, das müssen wirklich riesige Fische sein! Wir haben aber kein «Petri Heil», das Wasser sei im Moment zu hoch.

Unser Camp ist spartanisch eingerichtet, drei Hütten (eine Küche, ein Schlafraum für die Angestellten und ein Schlafraum für uns. Am Boden hat es überall rote Ameisen, Vorsicht ist geboten! Hier werden für uns fünf Hängematten mit Moskitonetzen montiert.

Vor dem Abendessen regnet es in Strömen. So stark, dass wir befürchten, dass das Feuer in der Küche ausgeht. Die Männer müssen einen tiefen Graben um die Hütte ziehen. Es schüttet über Stunden, wir verziehen uns in unser Schlafraum und vertreiben unsere Zeit mit dem «Arschloch-Jass».  Stefan erklärt kurz die Regeln und danach haben alle Spass an unserem Spiel. So endet unser Abend, bevor wir dann müde in den Hängematten versinken. Die Geräusche der Tierwelt und das Rauschen des Flusses lullen uns ein.

Der lustige Nasty erzählt uns beim Frühstück einige tiefgründige Tierfabeln aus dem Urwald. Die Moral der Geschichte endet meistens damit, dass man gottesfürchtig sein und die Familie und Kinder ehren und beschützen soll. Danach betet er laut für uns, damit wir alle gesund die Heimreise überstehen! Wir sind gerührt ab der Herzlichkeit dieses Dschungel-Mannes!

Auf dem Rückweg treffen wir auf eine braune Tarantel (Goliathvogelspinne), der wohl grössten Spinne, die wir je zu Gesicht bekommen werden. Das Viech ist giftig und selten. Somit haben wir auf unserer Dschungel-Tour die drei giftigsten Tiere des Dschungels angetroffen!

Am frühen Morgen verabschieden wir uns von der Pingpe Lodge (das nächste Bett sehen wir dann erst in 33 Stunden) und fahren mit dem Taxiboot und dem Bus zurück nach Paramaribo. Mitten in der Nacht geht unser Flug via Chayenne (Franz. Guyana) nach Belem (Brasilien).

Unsere restlichen Suriname-Dollar können wir nicht in USD zurück wechseln, das ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Weder im Hotel, im Casino noch an der Wechselstube oder am Flughafen kann diese Währung umgetauscht werden! Somit verprassen wir den Rest unseres Geldes am Flughafen.

 

 

 

 

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Aruba https://mostglobal.net/aruba/ https://mostglobal.net/aruba/#respond Sun, 14 May 2017 20:23:29 +0000 http://mostglobal.net/?p=8529

Blog Aruba, Königreich der Niederlande

Ferien von unseren Ferien sind angesagt! Neun Nächte verbringen wir in unserem bestens ausgerüsteten Appartement in Noord. Das Wetter ist praktisch das ganze Jahr über sonnig-heiss, dazu weht immer ein kräftiger Wind, der die Hitze angenehm erträglich macht.

Aruba ist eine der drei ABC Inseln (Aruba, Bonaire, Curacao…), sie ist Teil der «Kleinen Antillen» in der Karibik und liegt nur 25 Kilometer nördlich von Venezuela. Die Insel ist Teil des Königreiches der Niederlande, hat aber eine eigene Verfassung, Währung und Regierung. Es gibt auf der Insel wilde Ziegen und grosse Echsen (Iguana).

Die Arubaner schmücken sich mit der Aussage, sie seien die glücklichsten Menschen der Erde! Das Hahnenwasser kann man bedenkenlos trinken, es sei das sauberste Wasser, dass man auf der Welt trinken könne! Es wird in riesigen Salzwasseraufbereitungsanlagen gewonnen.

Drei Tage lang mieten wir ein Auto, damit wir die kleine Insel (179 km2) erkundigen können. Es gibt jedoch ausser dem kleinen Leuchtturm und einer winzigen Kirche keine wirklichen Sehenswürdigkeiten auf der Insel. Die Hauptattraktionen sind die feinsandigen, weissen Sandstrände und natürlich die Vielfalt der Unterwasserwelt. Wir fühlen uns beim Schnorcheln wie in einem riesigen Aquarium.

So verbringen wir unsere Zeit mit Schnorcheln, Schwimmen, Lesen, Relaxen, Kochen und Geniessen… genug der Worte… lasst die Bilder sprechen:

 

 

 

 

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Medellin – Guatape – Bogota https://mostglobal.net/medellin-guatape-bogota/ https://mostglobal.net/medellin-guatape-bogota/#respond Thu, 04 May 2017 18:08:00 +0000 http://mostglobal.net/?p=8428

Blog Medellin – Guatape – Bogota, Kolumbien

Drei Tage verbringen wir in Medellin, der mit 3.7 Millionen Einwohnern zweitgrössten Stadt von Kolumbien. Am Karfreitag regnet es stark, so verbringen wir viel Zeit in unserem geräumigen Appartement. Ein Spaziergang durch das Viertel Poblado mit seinen unzähligen Bars und Pubs liegt aber zum Glück noch drin. Nebst den «reichen» Touristen begegnen uns auch viele mausarme Leute, die auf der Strasse herumliegen oder betteln.

Am besten erkundigt man das Stadtzentrum zu Fuss mit einer geführten «Free Walking Tour». Wir sind ca. 30 Leute und unser Guide Juan kennt nach fünf Minuten sämtliche Vornamen (bis auf zwei) auswendig, Respekt!

3 ½ Stunden lang werden wir durch Downtown Medellin geführt, bei den verschiedenen Sehenswürdigkeiten erzählt uns Juan aus der Geschichte Medellins und von deren Bewohnern. Die Einheimischen nennen sich übrigens «Paisas» und sind Nachkommen von Basken und Juden aus Spanien. Immer noch tragen sie das schwere Erbe von Escobar, dem ehemaligen Drogenboss.

In den 1980er Jahren litt die ganze Stadt unter der Herrschaft der Drogenmafia des Medellin-Kartells, das eine führende Rolle im weltweiten Kokainhandel einnahm. In der Zeit galt Medellin als gefährlichste Stadt der Welt. Auch heute gelten Teile der Stadt immer noch als gefährlich, das Stadtzentrum als solches gilt aber als befriedigt. In der ganzen Stadt wimmelt es von Polizei und Security.

Mit den zwei Hauptpfeilern Soziale Architektur (Parks und andere Begegnungszentren) und Weiterbildung (Gratisbibliotheken, Tanz, Musik oder Graffitikunst) sowie der versuchten Integration der Obdachlosen bekommt die Stadt ihre Probleme mehr und mehr in den Griff. Trotzdem spricht Juan von insgesamt vier «Papayastufen» für uns Touristen. Stufe eins heisst normale Vorsicht, bei Stufe 4 gilt höchste Aufmerksamkeit (Rucksäcke nach vorne). Ein gefährliches Pflaster sei der Bolivar Park vor allem in der Nacht, es gebe hier viele Alkoholiker, Drögeler und Prostitution.

Die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt sind die alte Eisenbahnstation, der Lichterpark, der Nationalpalast, die Gebäude Vasquez und Carré, die Kirche Veracruz, der Botero Square, den Park Bolivar und die Metropolitan Kathedrale. Auf dem Botero Square stehen einige lustige Figuren des wohl berühmtesten kolumbianischen Künstlers Fernando Boteros.

Zusammen mit einem englischen Pärchen besteigen wir die sehenswerte und saubere Metro (die Paisas sind extrem stolz auf ihr Transportsystem) und fahren zu den Escaleras Eléctricas. Wir folgen den langen Rolltreppen in die Comuna 13, der einstigen Drogenhochburg, welche heute den Touristen zugänglich ist. Als Blickfang wurden unzählige, tolle Wandmalereien angefertigt, welche wir begeistert fotografieren. Wohl ist uns aber trotzdem nicht, die Gegend wirkt halt immer noch wie eine Slumsiedlung.

Wir verlassen Medellin und fahren mit dem Bus nach Guatape. Der Bus holpert und stolpert durch die Kurven, es könnte einem schlecht werden! In El Penal angekommen heisst es für uns wieder mal: aussteigen und Bus wechseln. Mit dem haben wir nicht gerechnet, es klappt aber wieder alles wie am Schnürchen.

Die Landschaft um Guatape zeichnet sich durch den großen Stausee aus. Dieser entstand, als in den 1970 Jahren das Tal geflutet wurde. Der See dient zur Produktion von Strom und den Touristen zur Unterhaltung.

In Guatape gibt es wohl keine normalen Taxis, nur kleine, farbenprächtige Tuktuks. Der Fahrer kennt unsere Adresse nicht und ruft deshalb die Vermieterin unseres Appartements an. Sie sei in 10 Minuten dort, der Taxifahrer hole uns dann ab. Mit unserem Gepäck haben wir aber viel zu wenig Platz in dem kleinen Gefährt, so fährt Moni als erste mit, Stefan kommt dann in der zweiten Fuhre  nach.

Guatape ist ein Dorf mit hübsch geschmückten Hausfassaden, sehr touristisch und idyllisch am See gelegen. Wir schlendern am Quai entlang und gönnen uns bei bestem Wetter einen Drink an der Seebar. Man kann hier Pedalo, Kanu, Jetski und Motorboote mieten, auf dem See cruisen oder sogar mit dem Flying Fox an einem Kabel über den See flitzen.

Wer hätte gedacht, dass Regen so laut sein kann? Die halbe Nacht liegen wir wach, weil der Regen auf die Fensterkante trommelt, unglaublich! Am Morgen ist es stark bewölkt, schade, somit setzen wir heute unseren Waschtag an.

Am Nachmittag fährt uns ein Tuktuk zum Piedra del Penol. Unten angekommen geht es zu Fuss weiter zum 220m hoch aufragenden Monolithen, der die Gegend schmückt. Aussen führt eine steile Treppe mit 650 schmalen Stufen hoch zum Aussichtspunkt. Keuchend und schwitzend oben angekommen, werden wir mit der Aussicht reichlich belohnt! Der Rundumblick auf den Stausee und die Inseln ist atemberaubend schön! Nur die lästigen Mücken und Flugameisen stören unsere Idylle.

Den stündigen Rückweg wollen wir zu Fuss marschieren. Begleitet werden wir von zwei wilden Hunden, unterwegs gesellt sich noch ein dritter Vierbeiner dazu. Die Hunde folgen uns fast bis nach Guatape hinein. Erst als sich ein mächtiger Schäferhund in den Weg stellt, ziehen sie den Schwanz ein und trotten davon. Wir sind froh, da wir die Hunde ja schlecht bei uns aufnehmen können.

Stefan hat auf Google-Maps gesehen, dass unweit von Guatape ein Spazierweg auf die Inselwelt führt. Hmmm, als wir vor dieser Verzweigung stehen, versperren uns ein Stacheldrahtverhau und eine «Privatgelände, Betreten verboten»-Tafel den Weg, schade!

So wandern wir einen anderen Weg hoch und gelangen zu einem See mit Fischzucht, an dem man auch Angeln kann. Wir sind neugierig und sehen uns das an. Bereits ans Abendessen denkend, fragen wir, ob sie auch bereits gefangene Fische verkaufen. Ja, kein Problem. So erhalten wir zwei gefrorene Lachsforellen für keine CHF 3.50 mit auf den Weg!

Weiter geht die Reise mit dem Bus nach Belen, wo wir an einer Strassenecke ausgeladen werden. Es war mal wieder ein mühsamer «ich sammle alles auf, was auf dem Weg liegt» Bus. Von Belen aus geht es mit dem Taxi nach Rio Negro, unserer Übernachtungsgelegenheit vor dem Flug nach Bogota. Am Abend geniessen wir einen Pizzaburger, serviert mit Pommes, wahrlich eine leckere Kalorienbombe!

Am Flughafen von Medellin warten wir lange auf das Boarding. Die Durchsagen kommen nur auf Spanisch durch und sind für uns unverständlich. Plötzlich stehen alle auf und hasten vom Gate 7 zum Gate 3. Wir laufen mit und warten wieder. Durchsagen kommen keine, aber am Schalter vernehmen wir, dass der Flughafen in Bogota wegen schlechtem Wetter geschlossen ist, na super.

Mit ca. 1 ½ Stunden Verspätung erwischen wir dann doch noch unseren Flieger. Der muss dann halt nochmals etwa eine halbe Stunde länger über dem Flughafen kreisen, bevor wir runterkommen. Es ist bereits dunkel als wir ankommen und es regnet in Bogota. Der Komplex Tequendama & Suites (Hotel und Appartements) ist riesig, rundherum sind diverse Restaurants angesiedelt. Unser Appartement ist luxuriös gross, dazu geniessen wir eine geniale Aussicht vom 19. Stock aus!

Wir frühstücken im Hochhaus, erledigen unsere Büroarbeiten und marschieren ab. Na super, in dem Moment, als wir das Gebäude verlassen wollen, regnet es in Kübeln! Fünf Minuten später aber wagen wir es trotz leichtem Regen auf die Strasse.

Das Wetter in Bogota ist sehr launisch und wechselhaft, Regen, Bewölkung und Sonnenschein wechseln sich regelmässig ab. Bogota ist mit 9-10 Millionen Einwohnern die Hauptstadt von Kolumbien und eine der am schnellsten wachsenden Metropole Südamerikas. Die Stadt ist Verkehrsknotenpunkt sowie wichtigstes Wirtschafts- und Kulturzentrum des Landes.

Die Strasse «Carrera 7» ist eine einzige, riesige Fussgänger- und Fahrradzone im Zentrum. So spazieren wir in aller Ruhe bis zum Goldmuseum runter. Unterwegs begegnen wir wieder vielen armen Leuten, welche verzweifelt versuchen, irgendwelchen Schrott zu verkaufen oder zu betteln, krass!

Wir besuchen das Museo del Oro, ein Muss für jeden Bogotabesucher! Die Räume glänzen vom gelben Edelmetall, die Sammlung präkolumbischer Goldobjekte ist weltweit einzigartig und gilt als die grösste ihrer Art (35’000 Stücke). Unter den Ausstellungsexemplaren finden wir auch aus Ton, Stein, Muscheln, Holz und Textilien fabrizierte Objekte, welche zum Teil religiösen Ursprunges sind.

Eine weitere Free Walking Tour (basierend auf Trinkgelder) wartet auf uns. Alejandra, eine junge Kolumbianerin aus Bogota führt die ca. 25köpfige Truppe an. Auf der Tour informiert Alejandra über die Geschichte Kolumbiens, die vielfältige Gastronomie, Architektur, Insider-Tipps, Kultur und was die Metropole sonst noch alles zu bieten hat.

Wir besuchen den Schwarzmarkt der Smaragdhändler. Auf den ersten Blick sieht es auf dem Platz aus, als wenn einfach Männer miteinander quatschen. Beim näheren Hinsehen wird klar, die Männer handeln alle mit Edelsteinen.

Wir spazieren durch die angesagtesten Plätze des Quartiers Candelaria, probieren eine Chicha (gegärter Maistrunk mit Rohrzucker, der sämig und leicht alkoholisch ist) und besuchen das Museum des berühmten Künstlers Botero.

Vorbei am Theater Colon geht’s zum Hauptplatz von Kolumbien. Am Bolivar Square erzählt uns Alejandra die traurige Geschichte des versuchten Putschversuches im Jahr 1985, welcher unzählige Todesopfer gefordert hat. Überhaupt gibt es in der Geschichte von Kolumbien einige blutige Geschichten zu erzählen, die Ermordung des vom Volke geliebten Politikers Jorge E. Gaitan und das anschliessende Massaker eingeschlossen.

Der Stadtrundgang macht hungrig, deshalb probieren wir die kolumbianische Spezialität «Ajiaco Santafereno», eine leckere, deftige Suppe mit dreierlei Kartoffeln, Mais, Avocado, Kapern, Pouletstücken und Rahm.

Am Abend schlendern wir vorbei an unzähligen Strassenkünstlern, Malern, Artisten, Musikanten zurück zum Appartement. Wir sind angenehm überrascht, was Bogota alles zu bieten hat, damit haben wir nicht gerechnet!

Heute geht Stefan alleine auf eine Graffiti-Tour. Jefferson, ein Antropologe, führt die Tour. Es sind über 50 Interessierte aufmarschiert, wer hätte das gedacht?

Wir erhalten Infos über die Geschichte der Graffiti, der verschiedenen Arten (Tags, Stickers, Poster, Murals, etc.) und erhalten Hintergrundinformationen über die verschiedenen, bekannten Künstler mit Namen wie Toxicmano, Djlu, Stinkfish, Guache, Likmi oder Crisp oder die APC, Animales Poder Crew (eine Vereinigung aus nationalen und internationalen Künstlern). Auch die traurige Geschichte der Ermordung eines 17jährigen Sprayers und die nachherige Auflockerung des Gesetzes wird dokumentiert. Jetzt ist das Wände malen zwar nicht legal, jedoch auch nicht mehr streng verboten. Man kann bei unerlaubten Sprayereien verwiesen werden uns es kann eine Busse von ca. 70 Dollar gesprochen werden.

Jeden Sonntagmorgen von 05’00 – 14’00 Uhr wird quer durch die ganze Stadt eine Verkehrshauptachse abgesperrt und für die Velo- und Rollerblade-Fahrer geöffnet. Wir finden das eine tolle Idee! Der Monserrate, der Hausberg von Bogota (3’150m) ruft, deshalb sind wir früh am Morgen unterwegs. Eine richtige Völkerwanderung ist auf dem Weg hinauf zur Standseilbahn! Am Eingang warten Horden von Menschen auf die Bahn. Das ist uns zu viel Trubel, wir brechen ab und verschieben die Aussicht auf den Hügel auf einen nächsten Besuch.

So schlendern wir gemütlich durchs Zentrum und geniessen die Parkanlagen. Da wir gerne vor unserem Abflug Bogota von oben sehen möchten, besteigen wir den Colpatria-Tower, der es immerhin auf knapp 200m Höhe schafft. Natürlich geht’s da mit einem schnellen Lift hoch. Die Sicht auf die Skyline von der Aussichtsplattform aus ist wirklich genial, so verabschieden wir uns von der Stadt.

Ein zweistündiger Flug nach Oranjestad, Aruba, wartet auf uns. Der Flug verläuft ruhig und problemlos. Die Uhr wird wieder eine Stunde vor gedreht, jetzt sind es sechs Stunden Differenz zur Schweiz.

 

 

 

 

 

 

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Cali – La Tebaida – Salento – Perreira https://mostglobal.net/cali-la-tebaida-salento-perreira/ https://mostglobal.net/cali-la-tebaida-salento-perreira/#respond Sun, 23 Apr 2017 19:35:29 +0000 http://mostglobal.net/?p=8154

Blog Cali – La Tebaida – Salento – Perreira, Kolumbien

Nach einer unruhigen Nacht, in der wir viel Musik und lautes Gerede ertragen (oben am Fenster sind Lüftungsschlitze, damit wir ja alles mitbekommen) erkundigen wir die Stadt. Das erste Ziel ist eine Parkanlage mit kleinen Hütten, in denen Souvenirs verkauft werden. In den Wasserfontänen des Parks duschen sich die Obdachlosen. Unterwegs begegnen wir sehr vielen armen, obdachlosen Menschen, das ist uns bisher noch in keiner südamerikanischen Stadt so extrem aufgefallen.

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Im Gegenzug sind wir erstaunt, wie die Kolumbianer freundlich und hilfsbereit auf uns zugehen und uns (wildfremde Touristen) anquatschen: woher kommt ihr, wie geht es euch? Nachfolgend ein Beispiel:

Wir schlendern durch die Stadt und suchen verzweifelt das libanesische Restaurant Pita Majita, welches sich gemäss «Tripadvisor» 1.7km weg von unserem Hostel befinden soll. An der Kreuzung, an welcher das Restaurant stehen sollte, schauen wir uns fragend um. Sogleich kommt uns ein Händler entgegen und fragt, was wir suchen. Er kennt das Restaurant nicht und schickt uns zu einer weiteren Strasse mit Restaurants.

Dort werden wir aber nicht fündig und gelangen wieder zurück zur Kreuzung. Dort bietet der Händler wieder seine Hilfe an, er schickt uns zur Polizeistation, da sollen wir nachfragen. Etwas später rennt er hinter uns her. Er habe einen Taxifahrer gefragt, das Restaurant befinde sich nicht hier sondern in einer anderen Gegend. Er hält für uns ein Taxi an und gibt dem Fahrer durch, was wir suchen. Der kennt das Restaurant nicht, auch eine Konsultation mit seinem Natel bringt uns nicht weiter. Wir geben auf, bedanken uns bei unserem eifrigen Helfer und fahren mit dem Taxi zurück zum Hostel. Dort angekommen finden wir heraus, dass das gesuchte Restaurant nur einen Block (keine 100m) von hier entfernt ist!

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Im Hostel-eigenen Reisebüro buchen wir eine Stadtbesichtigung. Damian, unser Guide fährt mit uns die Hügel hoch zum Christo Rey, der Christus Statue, welche seine schützenden Hände über die 2.4 Millionenstadt hält. Es ist leicht bewölkt, so wird uns der Blick auf die hohen Berge der Umgebung verwehrt.

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Damian erzählt uns, wie in den Jahren 1980 – 1995 das Cali-Drogenkartell der Rodriguez-Brüder mit dem Medellin-Kartell von Pablo Escobar ihre blutigen Revierkämpfe ausgetragen haben. Die mächtigen Kartelle wurden schlussendlich zerschlagen. Da im 2016 mit den FARC-Rebellen eine Waffenruhe ausgehandelt wurde, sei Kolumbien jetzt ein sicheres Reiseland geworden.

Neben der Statue des Gründers der Stadt Cali, dem spanischen Eroberer Sebastian de Belalcazar stehen viele Mangobäume. In der ganzen Stadt wurden sämtliche grossen Bäume inventarisiert und mit einer Plakette versehen. Niemand darf ohne Erlaubnis einen dieser Bäume fällen, dass finden wir eine gute Idee.

Im Park El Gato del Rio, wo sich der Fluss durch das Zentrum schlängelt, haben Künstler verschiedene, farbige Katzen gestaltet.

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Auf der Plazoleta Jajro Varela wurde zu Ehren der bekanntesten Salsaband «Niche» ein Trompeten-Monument erstellt. Unter der Trompete hört man den Song der Band.

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Im Park Simon Bolivar degustieren wir einen feinen Drink mit Lulo, einer sehr erfrischenden Frucht. Stefan meint, der Drink wäre gemischt mit etwas Vodka bestimmt der Hit in Europa!

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Cali rühmt sich als die Salsa-Hauptstadt der Welt. Als krönender Abschluss der Tour erhalten wir im Hostel noch eine Stunde Gratisunterricht im Salsa Colombiana. Stefan benötigt vorher (dringend) noch ein kühles Bier. Er stellt sich aber danach gar nicht so doof an, wie man es von ihm erwartet hätte.

Am Sonntag wirkt ganz Downtown wie ausgestorben, es hat kaum Menschen auf der Strasse und die Shops und Restaurants sind geschlossen. Zu Fuss machen wir uns auf eine «Tour de Murals» an der Stefan die bunten Wandmalereien fotografiert, welche es praktisch an jeder Ecke zu bestaunen gibt.

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Wir wollen das Zuckerrohrmuseum besuchen, welches sich etwa eine Stunde ausserhalb von Cali befindet. Mit dem Taxi geht’s zum Busbahnhof, von hier aus geht es mit dem Sammelbus weiter. Die Fahrt dauert so lange, weil der Bus (gefühlt) an jeder Ecke anhält um Gäste ein- oder auszuladen. In Amaime angekommen, fährt uns ein weiteres Taxi zum Museum. Da das Freiluftmuseum fernab der Zivilisation liegt, bietet sich der Chauffeur an, er werde auf uns warten und uns nach dem Besuch wieder zurück ins Dorf fahren.

Beim Eingang erhalten wir eine kleine Karte und eine Beschreibung der einzelnen Stationen (leider alles nur auf Spanisch). Der Weg führt uns durch einen wunderschönen botanischen Garten. Bunte Schmetterlinge, Kolibris und andere Vogelarten sowie Eichhörnchen begegnen uns auf dem Spaziergang. Vorbei an uns unbekannten Blumenblüten und uralten Baumriesen gelangen wir zur künstlich angelegten Seenlandschaft. Es ist wirklich wunderschön hier!

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Auf dem Rundgang sind verschiedene, uralte Werkzeuge (Zuckerrohrpressen) ausgestellt. In einer Hütte wird die Zuckerrohrherstellung auf diversen Schrifttafeln visualisiert. Die Hazienda ist ebenfalls sehr sehenswert, wir fragen uns, ob hier auch Sklaven gehalten worden sind? Heute ist es jedenfalls eine paradiesische Oase in mitten der Zuckerrohrfelder. Kolumbien ist übrigens der zweitgrösste Exporteur des «süssen Goldes» der Welt.

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Da Stefan’s Fotoapparat seit dem Wüstensand von Peru den Geist aufgegeben hat, sind wir auf der Suche nach einem geeigneten Ersatz. Wie erwartet wird es auch in Kolumbien alles andere als einfach, überhaupt irgendwo einen Fotoapparat zu finden! So quälen wir uns erfolglos durch vier grosse Einkaufszentren auf der Suche nach einer vernünftigen Kompaktkamera. Es gibt aber keine Geschäfte mit einer breiten Auswahl. Entweder gibt es riesige Profigeräte oder nur ganz einfache Fotoknipser zu kaufen. Im fünften Anlauf besteht für uns die Auswahl aus zwei Apparaten. Die eine Kamera ist viel zu teuer und die günstigere überzeugt uns auch nicht wirklich. Da wir aber dringend eine Kamera benötigen, entscheiden wir uns zähneknirschend für den Kauf der günstigeren.

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Die fünf Tage vergehen wie im Flug, so stehen wir schon wieder mit Sack und Pack beim grossen Busterminal. Kaum haben wir das Terminal betreten werden wir bereits gefragt, wohin wir wollen. Es geht in Richtung Armenia, das kleine Dorf La Tebaida ist unsere nächste Wunschdestination. Das passt, er führt uns zu einem kleinen Bus, das Gepäck wird verstaut, wir steigen ein und wir verlassen die Grossstadt.

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Auch dieser Bus ist weder ein Express noch ein Direktbus. Die Türe ist während der Fahrt offen und der Beifahrer hängt halb aus dem Bus heraus und schreit allen unser Endziel entgegen. Was wohl die SUVA dazu sagen würde? Unterwegs halten wir öfters an, der Beifahrer steigt aus und versucht, möglichst viele neue Fahrgäste zu rekrutieren. Draussen wechseln kleine Banknoten den Besitzer, es gibt wohl eine Provision für angeworbene Fahrgäste!

Plötzlich deutet der Fahrer, wir sollen aussteigen. Komisch, wir sind doch noch weit von unserem Ziel entfernt? Der Beifahrer meint, wir werden jetzt umgeladen und so setzen wir unsere Weiterreise in einem bequemeren Kleinbus fort. Draussen feilscht der Beifahrer noch mit dem neuen Chauffeur um den Fahrpreis, während wir unser Gepäck umladen. Weiter geht es durch die hügelige Gegend, bis wir in La Tebaida ausgeladen werden.

So weit so gut, ist hier weit und breit kein Taxi zu sehen, welches uns zum Hotel Mirador las Palmas bringen kann. Kein Problem, wir sollen einfach im Restaurant nachfragen. Der Besitzer ist extrem freundlich und organisiert uns ein Taxi. Er verhandelt sogar den Preis mit dem Chauffeur, da wir eh nur abgezockt werden würden. Wir sind geplättet ab der kolumbianischen Gastfreundschaft!

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Unser traumhaftes Resort liegt etwa zwei Kilometer von der Hauptstrasse abgelegen und idyllisch eingebettet in einem Hügel. Wir werden herzlich empfangen und erhalten einen Willkommensdrink sowie ein Upgrade für ein Superior Zimmer. Die Aussicht ins Grüne ist sensationell, die geniale Sicht vom Pool aus kann man getrost als kitschig bezeichnen!

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Die nächsten Tage relaxen wir in unserer Wohlfühloase. Wir fühlen uns im hellen Zimmer mit grossem Balkon mit Hängematte, dem riesigen Pool und dem Whirlpool aufgehoben wie die Könige. Schnell schliessen wir Freundschaft mit den vielen Hauskatzen, welche zu jeder Zeit für ausgedehnte Streicheleinheiten zu haben sind.

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An die kolumbianischen Arepa (Maisfladen) zum Frühstück müssen wir uns zuerst noch gewöhnen, die schmecken einfach nach nix. Dafür mundet die frisch gepflückte Ananas einfach himmlisch!

Auf dem vom Resort angelegten Wanderweg bewundern wir die verschiedensten Blüten und Pflanzenarten. Moni wird jedoch von fiesen Mücken durch die langen Hosen hindurch gepiesackt, sie hat im Moment genug vom «Dschungel». Diese Mistviecher plagen uns die ganze Zeit, die lachen nur über unseren aus der Schweiz mitgebrachten Mückenspray.

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Fast obligatorisch ist in der Gegend der Besuch einer Kaffeeplantage. Zusammen mit einem Paar aus Uruguay werden wir ca. 45 Minuten zur Anlage von «Recuca» chauffiert. Recuca (Recorrido de la Cultura Cafetera) ist eine Firma, welche Kaffeeplantagenbesuchern die Welt des Kaffees näher bringt. Zudem produziert die Firma ungefähr drei Tonnen Kaffee pro Jahr.

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Unser englischsprechender Guide Jefferson erzählt uns alles Wissenswerte über den Kaffee und dessen Herstellung. Die Kolumbianer trinken übrigens nur sehr wenig Kaffee, 90% der erstklassigen Bohnen sind ohnehin nur für den Export bestimmt. Die restlichen 10%, die im Lande bleiben, sind für viele Kolumbianer zu teuer. Somit müssen sie sich mit den zweitklassigen Bohnen (von Käfern zerfressen) zufriedengeben. Unsere Schweiz ist übrigens einer der Topkonsumenten von Kaffee weltweit!

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Auf dem informativen Spaziergang durch die Plantage erklärt uns Jefferson, welche Sorten hier angepflanzt werden, wie eine Kaffeepflanze gesetzt wird und wie die Kaffeebohnen gepflückt werden (in Kolumbien werden nur die roten Beeren gelesen). Zwischen den Kaffeepflanzen werden Bananenstauden gepflanzt, das gibt Schatten und zudem einen guten Nebenerwerb.

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Während Jefferson uns den erfrischenden Drink der Kaffeepflücker «Bogadera» (Rohrzucker, Zimt und Limone) mixt, dürfen wir selbständig rote Bohnen ablesen. 10kg schwer ist ein Korb voll, die Kaffeepflücker erhalten dafür einen Lohn von ca. CHF 1.00. Das ist Schwerstarbeit, da die Sträucher nur 2x im Jahr reif sind. Den Rest des Jahres müssen die roten Beeren an den Pflanzen gesucht werden. Ein Arbeiter schuftet bis zu 12 Stunden täglich, egal bei welchem Wetter, er wird nur nach Leistung bezahlt.

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Danach sehen wir, wie die Bohnen maschinell von der Schale getrennt, gewaschen und getrocknet werden. Zuletzt werden sie aus der Hülle getrennt und fertig sind die Bohnen zum Versand. Geröstet werden sie dann in den Exportländern. Natürlich erhalten wir auch eine Kostprobe vom Premium Kaffee. Jefferson erklärt uns, dass Espresso nicht wie angenommen mehr sondern weniger Koffein beinhaltet, dass Kaffee nicht zu heiss getrunken werden soll (bevor Wasser kocht) und dass man am besten die Tassen vorher aufheizt um den intensivsten Geschmack zu erhalten.

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In dieser Gegend feiern einige Kaffeedörfer das Fest des Jepao (Jeep Willy). Es wird zu Ehren des berühmten Weltkriegsfahrzeugs Willy abgehalten. Der Jeep wird von vielen Kaffeebauern zum Transport der Kaffeesäcke benutzt. In einem kleinen Kinosaal wird uns an einem Miniaturaufbau eines typischen Kaffeedorfes gezeigt, wie diese Parade der Autos aussieht.

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Zum Abendessen degustieren wir den vom Servierpersonal als «wirklich gut» angepriesenen roten Hauswein. Tja, auf diesen kolumbianischen «Beerliwein», welcher zuerst extrem süss im Mund und danach sauer den Magen hinunterperlt, können wir in Zukunft getrost verzichten! Wir stellen allerdings auch fest, dass die meisten Kolumbianer den Wein stehen lassen.

Unser nächstes Etappenziel Salento liegt auf 2’500m Höhe, es ist wieder wesentlich frischer hier oben. Im kleinen Dorfzentrum herrscht der Tourismus vor. Auf der Plaza und in der Einkaufsstrasse laden unzählige Fressbuden, Restaurants, Boutiquen, Bars und Kaffees zum Verweilen ein.

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Die Hauptsehenswürdigkeit des Gebietes ist das Valle de Cocora mit seinen hohen Wachspalmen. Der «Willy Jeep» wird mit Touristen gefüllt. Man glaubt es nicht, aber vorne haben drei, hinten sechs und aussen auf dem Trittbrett finden zusätzliche vier Touristen Platz! So eingequetscht fahren wir ca. 20 Minuten ins Tal hoch.

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Im Tal angekommen hat man die Wahl, zu wandern oder hoch zu Ross das Terrain zu erkundigen. Wir entscheiden uns für die Wanderung. Auf einer Weide müssen wir «Durchgangsgebühren» bezahlen, weil der Weg durch ein Privatgelände führt. Dafür erhalten wir ein weisses Bändeli, welches uns von weitem als «Trekker» abstempelt.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, man sei in den Schweizer Alpen, nur etwas passt nicht in diese Idylle, die extrem hohen Wachspalmen, unter denen die Kühe grasen.

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Hoch geht’s bis nach Acaime, wo sich das Casa de Colibri befindet. Der Weg ist anspruchsvoll und führt uns durch Matsch und Dreck. Die Hängebrücken sind etwas instabil und wirken nicht sehr vertrauenswürdig. Wir schaffen es fast ohne Probleme (Stefan holt sich einen nassen Schuh) bis hoch zur Hütte. Die vielfältige, tropische Fauna in diesem Regenwald ist sehr faszinierend!

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Oben angekommen können wir in aller Ruhe (umgeben von vielen anderen Touristen) die Fotos von den begehrten Kolibris knipsen, welche hier angelockt und gefüttert werden.

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Beim Abstieg beginnt es leider stark zu regnen. Die Wachspalmenwälder sind nebelverhangen und im Regen nur schlecht zu fotografieren, trotzdem wirken die Fotos irgendwie mystisch.

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Schlecht geschlafen, das liegt wohl an der brisanten Mischung aus Vollmond, den lauten Gockeln und rammligen Katzen! Da die nächsten Busse nach Pereira ausgebucht sind und wir sonst lange warten müssten, gönnen wir uns ein Taxi an die nächste Destination.

Pereira ist die Hauptstadt des Departamentos Risaralda und zählt immerhin fast 500’000 Einwohner. Wir besuchen die Parkanlagen und die grosse Kirche Senora de la Pobreza, welche uns durch die massiven Holzbauten an der Decke beeindruckt. Das Denkmal auf dem Vorplatz zeigt den Staatsgründer Simon Bolivar nackt auf einem Pferd.

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Vom Balkon einer Bar aus verfolgen wir eine Osterprozession, an der Kinder aus verschiedenen Ortschaften musizieren und Heiligenfiguren durch die Strasse tragen.

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Wir wollen austesten, ob der Taxidienst «Uber» auch bis nach Medellin funktioniert. Das erste Taxi erscheint nicht und annulliert die Reise. Das nächste Auto wartet einen Block weiter vorne auf uns. Als wir dann endlich unser Gepäck verladen haben und ich sage: Vamos a Medellin, fängt der Chauffeur an zu schwitzen! Nein, das sei viel zu weit, alleine der Hinweg dauere fünf Stunden, das könne er unmöglich machen.

Mit einer so langen Fahrt haben wir auch nicht gerechnet, so lassen wir uns zum Busterminal chauffieren, wo wir ein Busticket lösen. Ein bequemer Kleinbus fährt uns direkt nach Medellin. Der Chauffeur kennt allerdings keine Limits, er überholt die langsameren Fahrzeuge an allen möglichen (und unmöglichen) Orten. Für uns gilt die Regel, einfach Augen zu und durch!

 

 

 

 

 

 

 

 

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Quito – Galapagos Inseln https://mostglobal.net/quito-galapagos-inseln/ https://mostglobal.net/quito-galapagos-inseln/#respond Fri, 14 Apr 2017 22:55:30 +0000 http://mostglobal.net/?p=8222

Blog  Quito – Galapagos Inseln, Ecuador

Stefan’s Uhr ist stehen geblieben, deshalb schlendert er seelenruhig durch den DutyFree Shop, bis er darauf aufmerksam gemacht wird, dass bereits eine Stunde später ist! Zum Glück sind wir früh genug am Flughafen angekommen, denn der Flieger nach Quito ist überpünktlich. Der nicht ganz zweistündige Flug verläuft bis auf einige kleine Rüttler angenehm.

In der Hauptstadt von Ecuador angekommen befinden wir uns wieder auf 2’800 Höhenmetern, es ist es bewölkt und kühler als in Lima. Wir chartern ein Taxi, welches uns für einige USD (die offizielle Währung in Ecuador!) ins Hostel chauffiert.

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Wir verbringen den Nachmittag damit, im Reisebüro Tierra de Fuego unsere Galapagos-Reise zu organisieren und zu buchen. Um die hohen Kreditkartengebühren zu verhindern, plündern wir mit unseren Bankkarten diverse Bancomaten, da wir pro Bancomat nur 300 resp. 600 USD beziehen können.

Am Abend geniessen wir ein Bad in unserem Whirlpool. Da kommt uns der offerierte Willkommensdrink (ein Glas Rotwein) vom Hausherr gerade recht! In der Nacht müssen wir uns warm einpacken, es ist saukalt im Zimmer und es gibt natürlich keine Heizung. Auch der zentimeterlange, offene Spalt zwischen den Fensterflügeln trägt nicht gross zur Wärmedämmung bei.

Das Reisebüro hat uns für heute zwei Gutscheine für den Hop-on Hop-off Bus geschenkt. Der offene Touristenbus kämpft sich mühsam durch die engen, steilen Strassen und das hohe Verkehrsaufkommen der 2.2 Millionen Einwohner-Stadt.

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Die Altstadt schmücken diverse Kirchen, Klöster und alte Kolonialhäuser. Hoch auf dem Hügel besichtigen wir das Monumento a la Virgen de Quito. Das ist die Engelsfigur, welche über die ganze Stadt wacht. Das Stadtgebiet ist aufgrund des schmalen Tals nur zwei bis drei Kilometer breit und zieht sich dafür längs mehr als 30 Kilometer hin!

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Wieder im Zentrum angelangt «hopen» wir «off» und bestellen uns einen «Canelazo» in einer kleinen Bar in der berühmten Calle la Ronda. Canelazo ist der berühmte Andendrink von Ecuador. Wasser, Zimt, Nelken, Naranjilla-Saft und Zuckerrohrschnaps werden auf schwacher Flamme gekocht, das Getränkt wird wie Glühwein heiss getrunken.

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Es regnet wieder die ganze Nacht durch, deshalb sind wir froh, dass wir das nasskalte Quito heute verlassen können. Via Guayaquil fliegen wir zu den Galapagosinseln. Hier können wir die Zeit wieder um eine Stunde zurückdrehen, jetzt sind es bereits acht Std. Zeitverschiebung gegenüber der Schweiz.

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Die Galapagosinseln (der Name bezieht sich auf den Schildkrötenpanzer) und deren ausserordentliche und einmalige Flora und Fauna gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO. Praktisch das gesamte Archipel und die umgebenden Gewässer stehen unter strengem Naturschutz.

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Mit dem Flughafenbus werden wir bis zum Ende der Insel Baltra geführt, von da aus geht es mit der Fähre hinüber zur Insel Santa Cruz. Von der Anlegestelle aus fährt uns ein weiterer Bus ca. 45 Minuten quer durch die Insel nach Porto Ayora zu unserem Hostel, wo wir die nächsten fünf Nächte verbringen werden.

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Da praktisch sämtliche Lebensmittel auf die über 1000km entfernten Inseln gebracht werden müssen, sind dementsprechend auch die Preise in den Restaurants und im Supermarkt mit denen in der Schweiz vergleichbar.

Wir mieten je eine Schnorchel-Ausrüstung und wandern durch den Kaktuswald zur Tortuga-Bay, der «Schildkrötenbucht». Der weisse, feine Sandstrand präsentiert sich wie in der Karibik, wunderschön! Moni ist total fasziniert von den grossen Galapagos-Echsen, welche faul im Sand rumliegen.

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Um die nächste Ecke präsentiert sich uns eine kleine Bucht ohne Wellen. Schnorcheln ist angesagt, leider ist die Sicht nicht viel besser als zwei Meter. Trotzdem können wir fünf junge Schwarzspitzenriffhaie beobachten, welche in der Nähe der Mangroven patrouillieren. Dazu gesellen sich nebst anderen grossen Fischen noch zwei stolze Adlerrochen. Grosse Pelikane stürzen sich gleich neben uns ins Meer, um ihr Maul mit kleinen Fischen zu füllen. So nah sind wir diesen Vögeln noch nie gekommen!

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Der Himmel verdunkelt sich immer stärker und es beginnt zu regnen. Statt des geplanten, gemütlichen Picknick’s plantschen wir in einem natürlichen geformten «Pool» herum und beobachten die Echsen beim Schwimmen, ein einmaliges Erlebnis!!! Auch ein kleiner Seeaal schlängelt sich vor uns durch die Felsen.

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Zum Glück ist es hier auch bei Regen angenehm warm. Als wir wieder im Hostel ankommen, öffnet der Himmel seine Schleusen und es giesst in Strömen. Einige Zimmer bekommen die anschliessende Wasserflut zu spüren, es regnet hinein! Die Putzfrau meint aber nur, dass sei hier normal.

Am nächsten Tag besuchen wir in der Laguna las Ninfas den Mangrovenwald-Pfad. Später entern wir am Hafen ein Taxiboot, welches uns ans andere Ende der Bucht schippert. Von hier aus spazieren wir zur Playa las Alemanes und danach weiter zu Las Grietas. Das ist eine kleine Schlucht aus Vulkangestein, in dessen See wir im sehr klarem, kalten Wasser baden. Die Sonne glitzert traumhaft durchs Wasser hindurch in die Tiefe.

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Wir wollen noch einige Fotos knipsen, während wir vom Pier aus ins kühle Nass springen. Knapp ein Foto schaffen wir, da rennt eine Horde Kids die Holztreppen runter und verbarrikadiert unter lautem Gekreische den Zugang zum Wasser. Wir haben Glück gehabt, dass wir das Naturschauspiel in aller Ruhe geniessen konnten, die Gäste nach uns können das nicht mehr behaupten. Zurück beim Hafen pennen zwei Seelöwen unter einer Sitzbank. Diese schönen (aber stinkenden) Tiere dösen vor sich hin und lassen sich gerne von uns fotografieren.

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Nochmals geht es zur Tortuga Bay, weil es uns da so gut gefallen hat. Unterwegs besuchen wir das Informationsgebäude für Nachhaltigkeit, in welchem aufgezeigt wird, wie die Galapagosinseln in Zukunft mit Hilfe von Solarkraft, Windkraft und Gezeitenkraftwerke auf erneuerbare Energie setzen wollen.

In der Bucht angekommen, hören wir, dass sich im «Swimmingpool» über 40 kleine Haie tummeln sollen! Stefan hat seine Badehose nicht dabei, in den Unterhosen und bewaffnet mit der Unterwasserkamera, versucht er Fotos von der Haifisch-Meute zu knipsen!

Stefan knipst inmitten der Haifischmeute!

Die ersehnte Cruise startet heute, zusammen mit zwei holländischen Touristinnen fahren wir mit dem Taxi in die Mitte der Insel, wo wir uns mit den anderen Reisenden treffen. Wir geniessen das gemeinsame Mittags-Buffet, danach besuchen wir eine Farm, auf der sich rund 200 der insgesamt 3’000 auf der Insel lebenden endemischen Riesenlandschildkröten befinden.

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In einem stündigen Spaziergang durch die Büsche suchen wir die riesigen Urviecher, um einige Erinnerungsfotos nach Hause zu nehmen. Man geht davon aus, dass diese Schildkröten das biblische Alter von über 170 Jahre erreichen können.

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Im Park werden wir auf die «Manzanilla de la muerte» Bäume aufmerksam gemacht. Das ist einer der giftigsten Bäume der Erde! Das Verführerische an ihm ist, dass er scheinbar essbare Früchte abwirft, was dann verhängnisvoll enden kann, wenn ein Tourist mal so eben reinbeisst.

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Später fahren wir wieder nach Puerto Ayora, wo wir vom Pier aus mit kleinen Booten auf die Isabela II gebracht werden. Der Koffer wird uns ins relativ geräumige Zimmer gebracht und schon werden wir zum ausführlichen Briefing gebeten. Das grosse Schiff (40 Passagiere) schaukelt ganz schön stark hin und her.

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Beim leckeren 4-Gänge Menu sitzen wir mit den Schweizern Elisabeth und Urs am selben Tisch. So ein Zufall, wir haben die beiden bereits in Arequipa in unserem Hotel gesehen! Bei einem Drink auf dem Oberdeck erzählen wir uns später gegenseitig von unseren Reiseerlebnissen.

Der Motor röhrt mitten in der Nacht auf, um 3.30 Uhr fahren wir los zur Insel Floriana. Die Isabela II rollt und hin und her, es ist aus mit unserem ruhigen Schlaf. Nach dem Frühstück steigen wir ins Dingi und fahren der Küste entlang, wo wir die vielfältige Tierwelt beobachten können: Blaufusstölpel, Rochen, Riffhaie, Schildkröten, Krebse, Iguanas und verspielte Ohrenrobben.

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Wir landen beim «Postamt» der Insel (ein Fass) und schauen, ob jemand von uns eine Karte mitnehmen und sie dem Empfänger persönlich zustellen möchte. Diese Tradition wird schon seit dem 19. Jahrhundert weitergeführt, früher haben die Besatzungen der Walfangschiffe hier ihre Briefe eingeworfen. Wir wählen zwei Karten aus Kanada aus, schauen wir mal, ob wir die irgendwann zustellen können. Auch wir haben zwei Karten reingeworfen, zu unser grossen Verwunderung wird eine Karte bereits 10 Tage später in der Schweiz vorbeigebracht, rekordverdächtig?

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Bei den Schnorchelgängen begegnen uns sicher 10 grosse Schildkröten, wunderbar! Ein weiteres Highlight sind die neugierigen Robben, welche um uns herumtollen und so nahe an uns vorbeischwimmen, dass man sie berühren könnte. Wir können uns ab den Schwimmkünsten der putzigen Tiere kaum satt sehen. Als krönender Abschluss werden wir Zeuge, wie eine grosse Robbe einen Weissspitzenriffhai davonjagt!

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Am Strand vom Cormoran-Point legen die Wasserschildkröten abends ihre Eier. Zu sehen sind aber nur die Dellen, wo die Eier verbuddelt sind. Einige Albatrosse warten bereits auf die Leckereien, welche heute Nacht ausschlüpfen und dann den Weg ins Meer wagen werden.

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Es ist Nacht und die Lichter der Isabela II locken scharenweise fliegende Fische an. Ein weiteres Spektakel folgt, denn der Tisch ist reichlich gedeckt für die Raubtiere des Meeres. Es wimmelt nur so von ausgewachsenen Weisspitzenriffhaien rund um das Schiff, wir sehen sicher die Konturen von über 100 Tieren! Wer möchte da noch baden gehen?

Da hier fast keine Lichtverschmutzung herrscht, entfaltet sich ein leuchtender Sternenhimmel, der einem den Atem verschlägt! Der Guide Dennis (ein Astrologiefan) zeigt uns mit zwei starken Laserpointern verschiedenste Sternbilder. Faszinierend, was Dennis alles über die Sterne weiss!

Trotz starken «Dünnpfiffes» wagt sich Stefan auf den dreistündigen Landausflug auf der Insel Espanola. Wir landen bei Punta Suarez, wo wir viele farbige Iguanas sehen. Weiter beobachten wir auf der Wanderung kleine Eidechsen, eine Schlange, die endemischen Nacza-Boobies und viele andere Vogelarten. Die Lavafelslandschaft ist eindrücklich und die Klippen mit dem grossen Blowhole sind sehenswert.

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In der Nacht schippern wir zur Insel San Cristobal, wo wir beim Punta Pitt ankern. Eine weitere Wanderung steht auf dem Programm. Hier schauen wir den Blau- und Rotfusstölpel beim Nisten und füttern der Jungen zu. Von den Felsen aus präsentiert sich die tolle Aussicht auf die Bucht, in der die Isabela II ankert.

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Dennis hält uns am Nachmittag einen Vortrag über Charles Darwin, wer er war, wie er aufwuchs, seine Reisen auf den Galapagosinseln und natürlich über seine Evolutionstheorie.

Vom Cerro Brujo aus tuckert uns das Dingi zu den Tuffstein- und Lavafelsen. Wir bestaunen die Kathedrale ähnliche Felsformation und fahren durch einen Tunnel hindurch auf die andere Seite der Insel. Danach geht’s zum wunderschönen Korallensandstrand, wo wir uns von den Echsen und den Seelöwen verabschieden können. Der Strand ist eine Augenweide! Auf der Rückfahrt mit dem Dingi erwischt uns eine hohe Welle und unsere trockenen Kleider werden klitschnass, zum Glück gibt es auf dem Schiff einen Tumbler!

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Auf dem Deck geniessen wir bei Cüpli und Sushihappen den kitschigen Sonnenuntergang über dem Meer, während wir am berühmten Kicker-Rock Felsen vorbeicruisen. Vor Puerto Baquerizo Moreno ankern wir für die letzte Nacht.

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Am nächsten Morgen verlassen wir das Schiff und fahren mit dem Bus zum Interpretation-Center, einem kleinen Museum. Die interessante Ausstellung informiert über die diversen Aspekte der Fauna und Flora sowie der Entstehung und Geographie der Galapagos Inseln.

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Im Zentrum der Hauptstadt (naja, es ist eher ein kleines Dorf) Puerto Baquerizo Moreno können wir noch ein letztes Mal Shoppen und am Pier den Seelöwen und Schildkröten «byebye» winken.

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Was danach am Flughafen passiert, wünschen wir niemandem! Wir kürzen die ganze Tragödie ab und konzentrieren uns aufs Wichtigste:

Alle Touristen von unserer Gruppe erhalten die Flugtickets, nur wir nicht. Wir wären im früheren Flieger als die anderen Gäste. Die Boardingzeit ist jedoch bereits abgelaufen und wir verpassen unseren Flug! Der Hotelmanager vom Cruiseboot hat uns vorher versichert, er wisse die Abflugzeiten aller Gäste. Zudem haben wir unseren Guide Vivian heute zweimal gefragt, ob wir unseren Flug (mit Angabe unserer Flugzeit) rechtzeitig erreichen werden. Zweimal hat sie gesagt: ja, es ist alles organisiert, das sei kein Problem!

Mist, was nun? Der nächste Flug (mit einer anderen Fluggesellschaft) geht frühestens morgen. Die Guides der Isabela II versuchen uns zu beruhigen, können uns aber nicht weiterhelfen. Dennis kümmert sich gut um uns, entschuldigt sich für die Umtriebe und schenkt uns 100 USD, damit wir wenigstens hier ein Hotelzimmer buchen können! Wir sind gerührt!

Mit Hilfe des Handys einer wildfremden Ecuadorianerin nehmen wir Kontakt mit unserem Reisebüro auf. Später führt uns die hilfsbereite Frau zum nahen Stadtbüro der Fluggesellschaft, wo wir ein neues Ticket kaufen müssen. Danach müssen wir den morgigen Flug nach Kolumbien annullieren sowie die gebuchten Hotels in Quito und Cali stornieren, was zusätzlich finanziell schmerzt. Da am nächsten Tag kein Flug nach Cali fliegt, müssen wir zwei weitere Nächte in Quito auf unseren Weiterflug warten.

Nachdem wir ein Hotel gefunden haben, erholen wir uns von den Schrecken des Nachmittags. Am Abend beobachten wir die grosse Seelöwenkolonie (sicher so um die 500 Tiere), wie sie sich am Strand suhlen. Die Jungtiere hüpfen über die Erwachsenen, um ihre Mutter zu finden, damit sie säugen können. Es macht enorm Spass, den krächzenden, bellenden und schnarchenden Viechern zuzuschauen, so vergeht die Zeit im nu!

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Der Rückflug am nächsten Tag zurück nach Quito verläuft nach Plan. Im Hostel angekommen fühlen wir uns wohl, draussen ist es jedoch wieder bedeutend kühler und regnerisch.

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Am nächsten Morgen gehen wir zum Reisebüro, um die Umbuchung des nächsten Fluges zu arrangieren und die finanzielle Situation zu bereinigen. Lorena, die Chefin des Reisebüros ist ein Goldschatz! Sie nimmt sich Zeit, um die optimale Lösung für uns zu finden. Einige Gänge zum Büro der Fluggesellschaft und unzählige, zähe Telefongespräche später (wir haben Stunden im Reisebüro verbracht), haben wir eine Lösung gefunden.

Nach einigen, klärenden Mails werden wir zwei Wochen später von der Cruisegesellschaft der Isabela II immerhin die Hälfte unserer Auslagen zurückerhalten. Das ist aber nur unserer Hartnäckigkeit und dem zusätzlichen Druck von Lorena zu verdanken!

Zum Abschied meint Lorena, dass sie froh sei, wenn wir über das Wochenende die Stadt verlassen. Es sind Präsidentschaftswahlen angesagt und dann gleiche Quito einem Pulverfass (vor allem für Touristen)! Man solle sein Zuhause nicht verlassen, das sei zu gefährlich! Sie hofft, dass der alte Präsident wiedergewählt wird, seine Chancen stehen jedoch 50/50.

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Den Abend verbringen wir in der Nähe des Plaza Forch, wo das Nachtleben tobt, es gibt hier unzählige Bars, Discos, Karaoke und Restaurants. Das Abendessen wird uns in einem kleinen Restaurant/Schokolade-Verkaufsladen mit nur drei Tischen serviert, Schokolade degustieren inklusive!

Abendessen in Schokolade-Verkaufsladen

Nach dem Frühstück warten wir aufs das Taxi, welches wir durch das Hostel bestellt haben. Als 10 Minuten nach vereinbarter Zeit immer noch kein Taxi da ist, werden wir langsam nervös, schliesslich wollen wir nicht nochmals einen Flug verpassen. Der Rezeptionist telefoniert herum und es stellt sich heraus, dass unser Transport wohl vergessen wurde! Er regelt das aber für uns und hält draussen im Regen einen Transporter-Bus an, welcher uns rechtzeitig zum Flughafen fährt.

Unser Flug führt uns zuerst nach Esmeralda (einer Kleinstadt im Norden Ecuadors), wo wir nur kurz aus dem Flieger steigen müssen, um die Zollformalitäten zu erledigen. Danach nehmen wir im gleichen Flieger wieder Platz und fliegen weiter nach Cali, Kolumbien.

 

 

 

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Huacachina – Paracas – Lima https://mostglobal.net/huacachina-paracas-lima/ https://mostglobal.net/huacachina-paracas-lima/#respond Wed, 05 Apr 2017 02:48:02 +0000 http://mostglobal.net/?p=8153

Blog Huacachina – Paracas – Lima, Peru

Am Morgen früh um 4.45 Uhr geht der Wecker los, Tagwache! Wir warten im Hotel auf unseren Bus der Agentur Peruhop. Wir zwei, eine Deutsche und zwei Engländer sind die einzigen Gäste im Car, dazu werden wir von zwei Chauffeuren und dem Guide «Nilo» begleitet, ob das rentiert?

Wir fahren aus Arequipa raus in den Süden Richtung Meer. Die Peruaner müssen steinreich sein, wir düsen jedenfalls durch eine riesige, öde Steinwüste. Am Meer angekommen kurven wir der wildromantischen Küste entlang. Die Felswände mit dem losen Geröll sind ein grosses Gefahrenpotenzial, es liegen auch viele Steine auf der Fahrbahn.

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Das Wetterphänomen El Nino lässt grüssen, die Strasse vor uns ist überschwemmt und es fliesst ein reissender Fluss über die Strasse! Die Crew überlegt etwa 20 Minuten, ob wir das unserem Car zumuten können, die Lastwagen haben es alle prima hingekriegt. Als ein Car die Überquerung problemlos schafft, versuchen auch wir unser Glück. Alles Gepäck wird in den Sitzraum hochgetragen und los geht’s mit Volldampf voraus… wir sind ganz schön kribbelig bei der Überfahrt, aber wir schaffen es! Mit normalen Autos können die Leute den Fluss nicht überqueren und es gibt auch keine Umfahrungsmöglichkeit!!


In einem kleinen Fischerdorf machen wir Mittagspause, es gibt Ceviche und Fischknusperli, dazu Chicha Morado. Endlich ist es wieder sonnig und angenehm warm.

Am späteren Nachmittag erreichen wir Nazca. Von einem Aussichtsturm in der Nähe der Stadt überblicken wir drei verschiedene Linien. Unser Führer erzählt uns ganz fasziniert von diesen bemerkenswerten Bildern in der Wüste.

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Über 1’500 riesige Scharrbilder wurden in der Wüste bei Nazca freigelegt. Die Ebene zeigt auf einer Fläche von 500 km2 schnurgerade, bis zu 20 km lange Linien, Dreiecke sowie Figuren mit einer Grösse von zehn bis mehreren hundert Metern. Durch die enorme Grösse sind sie nur aus grosser Entfernung zu erkennen, von Hügeln oder aus Flugzeugen.

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Erst nach Einbruch der Nacht erreichen wir die Oase Huacachina, wo wir im beliebtesten Hostel unterkommen. Der Ort ist, aufgrund seiner Oase (Laguna de Huacachina) und den sie umschliessenden Dünen, eine der touristischen Attraktionen Perus. Die Dünen zählen mit einer Höhe von ca. 100m zu den grössten des Landes. Die Oase wird von einem unterirdischen Andenfluss gespeist, der Wasserspiegel hat aber in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen.

Na ja, die Nacht war extrem laut, die Disco vom Hostel dröhnt bis am Morgen früh volle Power… zum Glück rattert der Ventilator auch so laut. Wir geniessen das Frühstück in einem Restaurant direkt an der Promenade, danach spazieren und relaxen wir an der Lagune. Es fehlt so wenig, damit dieses kleine Paradies sauber und rein wäre… schade!

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Am Nachmittag nehmen wir mit einem Car voller «Tweenies» an einer Gratistour in einem Weingut teil. Obwohl das Gut nicht weit entfernt ist, benötigen wir doch über eine Stunde dahin. Überschwemmungen haben den Weg unpassierbar gemacht und so müssen wir mit dem Car und mit Hilfe des Navis durch enge Nebengassen kurven. Es gibt kaum Platz, einmal reisst er sogar die Stromleitung herunter, dann muss er rückwärts eine Strasse entlang fahren, bis er auf die richtige Strasse gelangt.

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Die kurze Führung durch die Produktion und die Erklärungen über die Pisco-Herstellung sind interessant und lustig. Die Degustation, naja, der versprochene Piscoshot fehlt, sie haben wegen dem El Nino scheinbar eine Ladung leerer Flaschen nicht erhalten und hinken in der Produktion nach. Es gibt verschiedene Liköre und einige Süssweine zu degustieren, jedoch nur ein winziges Becherchen voll. Ja, wie die meisten Südamerikaner (Chile und Argentinien ausgenommen) mögen es auch die Peruaner beim Wein süss.

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Später ist die Sanddünen Tour angesagt, mit einem Wüstenbuggy, in welchem 10 Touris Platz finden (wir beiden sitzen ganz vorne beim Chauffeur)… düsen wir in den Dünen umher und machen dort einige Fotostopps. Dank des feinen Sandes hat mein Fotoapparat endgültig den Geist aufgegeben, er knipst nur noch violette Streifen. Auf den Dünen versuchen wir uns im Sandboarden. Ok, es ist mehr Sandboard-Liegen, es macht aber trotzdem riesig Spass, kopfvoran den steilen Abhang hinunter zu sausen. Vorher schmieren wir die Boards mit Kerzenwachs ein.

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Wir geniessen den Sonnenuntergang in den Dünen, danach rast der Chauffeur mit dem Buggy die Dünen hinauf und hinunter. Wir fühlen uns wie auf einer Achterbahn, das ist Fun total! Kaum wieder in der Oase angekommen, müssen wir (paniert vom Sand) schon wieder weiter, eine 1 ½ Stündige Fahrt nach Paracas wartet noch auf uns.
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Als wir dort ankommen und aussteigen, fehlt die deutsche Touristin. Endlich steigt sie aus dem Car aus und benimmt sich urkomisch. Wir vermuten, die ist total betrunken! Sie torkelt herum und lallt. Unser Guide schnappt sich ihr Gepäck und bringt sie zu unserem Hostel. Die Frau kann sich kaum auf den Beinen halten, torkelt und kippt fast um! Nilo ist wütend auf die Frau und ist froh, als er sie im Hostel abgeben kann.

Im Hostel muss sie ihren Pass zeigen, den sie natürlich nicht findet und ein Blatt ausfüllen, sie kritzelt das Blatt voll nur mit Strichen. Wir deuten dem Personal, dass sie vermutlich «voll» ist. Der Manager kommt und teilt ihr mit, dass ihre Reservation annulliert wurde und fordert sie auf, das Hostel sofort zu verlassen. Wir helfen der armen Frau und überzeugen das Personal, dass sie das nicht machen können, so stehe sie auf der Strasse und sie kann weder alleine laufen noch klar denken oder reden.

Schlussendlich bringt Stefan die Frau ins Zimmer hoch, legt sie aufs Bett, holt das Gepäck und gibt ihr Wasser zu trinken. Entweder hat ihr jemand eine Pille ins Glas gegeben oder sie hat sich selber zu gedröhnt, vom Alkohol alleine kann das nicht sein! Nilo, unser Guide hat uns später bestätigt, dass sie ganz «normal» in den Car hinein gestiegen sei. Nilo spendiert uns später noch einen Drink, weil wir geholfen haben. In der Nacht sieht Nilo die Deutsche, sie ging auf dem Dach des Hostels spazieren und habe dann sogar noch auf dem Dach gepennt!

Am nächsten Morgen steht eine Bootstour zu den Ballestas Inseln auf dem Programm. Mit einem grossen Schnellboot fahren wir eine Stunde aufs Meer hinaus. Wir fahren am Candelabro de Paracas (den Kerzenleuchter) vorbei, der den Nazca-Linien ähnelt, aber viel jünger ist. Er diente wahrscheinlich den Seefahrern als Orientierungszeichen zur Navigation.

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Auf den zahlreichen Inseln leben Unmengen von Seevögeln und Robben, die hier ihre Jungen großziehen. Die Ballestas sind auch bekannt wegen ihres Reichtums an Guano, dem als Düngemittel genutzten Vogelkots, welcher im 19. Jahrhundert von großer wirtschaftlicher Bedeutung war.

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Bei den Inseln angekommen beobachten wir extrem viele Vögel beim Nisten und beim Fischfang, einige Humboldt-Pinguine, Seelöwen mit Babys, rote Krabben und Muscheln. Das Wetter ist super und so gelingen uns einige tolle Fotos.

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Am Nachmittag besuchen wir den Nationalpark Paracas. Mit dem Car fahren wir auf eine Anhöhe, von wo aus wir einen herrlichen Blick auf die Wüste und die Küste haben. In der malerischen Bucht wurden beim letzten grossen Erdbeben 30 Fischerleute vom Tsunami überrascht und ins Meer gerissen!

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Am frühen Abend geht es dann auch schon wieder weiter. Eine neue Peugeot-Limousine hält vor unserem Treffpunkt. Moni meint: woah, was für ein tolles Auto! Ich entgegne ja, das sei wohl nicht unser Fortbewegungsmittel… ich sollte mich getäuscht haben! Nilo ist angekommen und teilt uns mit, dass wir mit einem Kleinbus nicht vorwärtskommen. Wir seien nur zu viert und so habe er das Auto gechartert, welches uns bequem zu unserem nächsten Ausflugsziel, der Hazienda San José chauffiert. Leider kommt die komische, deutsche Touristin auch wieder mit uns mit, sie kann oder will sich aber nicht an die vergangene Nacht erinnern und wir erwähnen sie auch nicht.

Die Fahrt zur Hazienda geht über Stock und Stein und der Fahrer ist sicher nicht happy, als sein Auspuff ab und zu am Boden schleift (wegen der grossen Last unserer Taschen). Der Hauptweg ist unpassierbar, da eine Brücke vor zwei Wochen durch ein starkes Unwetter vom Fluss praktisch zerstört wurde. Erst heute Morgen haben die einheimischen Bauern protestiert und sämtliche Busse an der Weiterfahrt gehindert. Wir können uns somit glücklich schätzen, die Sklaven-Hazienda besuchen zu können.

In diesem Haus haben sich wahrlich schreckliche Szenen abgespielt, bis zu 1’000 afrikanische Sklaven mussten auf den Baumwollfeldern unter schlimmen Bedingungen arbeiten. Die Besonderheit dieses Landguts: die Gutsherren haben 50 Jahre lang einen 35km langen unterirdischen Tunnel zum Hafen bauen lassen, um die Sklaven unbemerkt vom Schiff direkt ins Gut zu schmuggeln. So konnten sie ca. 100 Jahre lang die hohen Sklavensteuern umgehen. Bewaffnet mit Taschenlampen zeigt uns Nilo einen Teil dieser unterirdischen Kelleranlage. Es ist für uns beängstigend, in dieser Dunkelheit und in den schmalen labyrinthartigen Gängen zu gehen. Wie ist es da wohl den gefesselten und gepeinigten Sklaven ergangen?

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Nilo interessiert sich extrem für die Geschichte der Peruanischen Sklaven, er möchte sogar ein Studium in diese Richtung abschliessen. Deshalb kann er uns genau erzählen, was hier abgegangen ist. Die Sklaven wurden 12 Jahre lang nicht informiert, dass die Sklaverei eigentlich schon lange abgeschafft wurde! Die Nachfahren der Gutsherren sind immer noch Eigentümer der Hazienda. Jetzt ist es ein teures Touristenhotel, auch Firmenevents und Hochzeiten werden durchführt und das auf dem Platz, an dem früher die Sklaven gehängt wurden… unglaublich aber wahr!

Bei einem Takeaway-Shop wartet bereits der Peruhop-Car auf uns, welcher uns dann nach Lima hineinfährt, wo wir erst um 24’00 Uhr ankommen. Wir werden bis vor die Türe zu unserem Aparthotel in der Gegend Miraflores geführt. Nach einer reinigenden Dusche fallen wir todmüde ins bequeme Bett.

In Lima ist es schwül und bewölkt, das Frühstück wird uns auf dem Zimmer serviert. Das Kaffeekännli reicht für eine halbe Portion. Es wird kalt serviert und muss zusammen mit der Milch in der Mikrowelle aufgeheizt werden, sehr speziell! Wir spazieren in Miraflores umher und kaufen etwas zu Essen. In einem Reisebüro verlangen wir eine Offerte für eine Galapagos-Kreuzfahrt, doch der berechnete Preis scheint uns viel zu teuer.

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Am Abend treffen wir uns mit unseren Schweizer Freunden Livia und Päde, zusammen fahren wir im Taxi zum Parque de la Reserva, wo jeden Abend ein Wasserspektakel der Superlative stattfindet.

Es sind die grössten Wasserspiele der Welt (in einem öffentlichen Park), die Circuito Magico de Agua sind 95 Meter lang. Auf dem Wasserschleier werden Texte, Bilder und Videos projiziert, das Ganze wird mit einer Lasershow und passender Musik untermalt, das ist sensationell!

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Nach dem leckeren (und scharfen) Thaiessen machen wir noch die Ausgehmeile von Miraflores unsicher. Dort gönnen wir uns noch einen feinen Pisco-Drink an der Bar. Wir Männer begutachten amüsiert die hübschen Animierdamen, welche wohl die einsamen Touristen abzocken werden. Livia und Päde werden in einigen Tagen nach Japan reisen und danach China besuchen.

Heute haben wir den Weiterflug nach Quito gebucht, so bleiben wir noch eine weitere Nacht in Lima. Unser Hotel ist aber ausgebucht, deshalb suchen wir uns ein kleines Hostel gleich um die Ecke.

Am Nachmittag scheint mal wieder die Sonne und wir spazieren zum Meer hinunter. Beim Peruhop Reisebüro machen wir einen kurzen Halt und holen zwei coole Gratis-Shirts ab. Danach geht’s in die Shoppingmall, welche in die Felsklippen hineingebaut wurde. Die ist nur für reiche Peruaner und Touristen, an allen Eingängen sind Sicherheitsleute postiert. Begleitet von einer undefinierbaren Flüssigkeit (auf der Rechnung steht später Kaffee) im Restaurant auf den Klippen, geniessen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang.

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Am nächsten Morgen mühen wir uns mal wieder mit unserer Hausbank ab. Die Credit Suisse hat unsere Vergütungen nicht ausgeführt. Nun müssen wir extra in die Schweiz telefonieren, das wird wieder eine saftige Rechnung geben. Eine Telefontussi labert etwas von einer nicht stimmenden Adresse. Sie sei aber nicht zuständig und werde uns weiter verbinden. Moni fragt, ob sie so nicht wieder in eine Warteschlaufe gelange? Nein nein, entgegnet sie. Nach weiteren acht Minuten (in einer Warteschlange) meldet die Frau, sie könne uns aufgrund eines technischen Problems nicht in die zuständige Abteilung verbinden. Moni ist jetzt stinksauer, geigt der Frau so richtig die Meinung und hängt danach genervt den Hörer auf.

Später fahren wir mit dem Taxi in die Altstadt von Lima. Das ist gar nicht so einfach, bei dem extremen Verkehr in der neun Millionen Einwohner-Stadt! Auf dem Hauptplatz Plaza de Armas angekommen, sehen wir dort die Kathedrale aus dem Jahre 1535, das Ratshaus und den Präsidentenpalast. Wir kommen gerade noch rechtzeitig, um das Spektakel der Wachablösung beim Präsidentenpalast mitzuverfolgen. Im Stechschritt und untermalt mit Musik der Marschkapelle wird die Zeremonie würdevoll vollzogen.

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Wir spazieren zum Kloster San Francisco, wo wir das Museum besuchen. Das Franziskanerkloster wurde in den Jahren 1673 bis 1774 errichtet, auch heute leben noch 40 Mönche hier. Leider dürfen während der interessanten Führung keine Fotos geknipst werden. Das Franziskanerkloster beeindruckt uns mit seinen antiken Schätzen in der gut bestückten (aber leider kaum geschützten) Bibliothek. In seinen Katakomben, einem unterirdischen Dorf, ruhen die Knochen von über 20’000 Toten, wir steigen hinunter in diese weite Gruft. Ein ehemaliger Brunnen fasziniert Stefan, er wurde mit Totenköpfen und Knochen gefüllt und die Knochen wurden «kunstvoll» im Kreis arrangiert.

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Nach einer schwülheissen und lärmigen Nacht fahren wir mit dem Uber-Taxi zum Flughafen. Über eine Stunde benötigen wir für die 18km lange Strecke! Ja der Verkehr in der Hauptstadt hat es in sich! Beim Check-in gibt es Probleme, weil wir aus Ecuador keinen Rückflug vorweisen können. Zum Glück ist die Schalter-Angestellte zufrieden, als wir ihr belegen, dass wir im Juni einen Rückflug von Brasilien aus nach Hause haben.

 

 

 

 

 

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Arequipa und Colca Canyon https://mostglobal.net/arequipa-und-colca-canyon/ https://mostglobal.net/arequipa-und-colca-canyon/#respond Thu, 30 Mar 2017 22:28:39 +0000 http://mostglobal.net/?p=8116

Blog Arequipa – Colca Canyon, Peru

Am ersten Abend dinieren wir auf Empfehlung des Hotels im wohl teuersten Restaurant der Stadt, dem Chiqa, wo Stefan Alpaka Curry mit Erdbeeren isst (mal was Anderes, jedoch kommt so der feine Fleischgeschmack fast nicht zur Geltung), Moni bestellt mit Ossobucco gefüllte Ravioli.

Heute überlegen wir uns, wie wir weiterreisen wollen. Eine Reise zum Colca-Canyon mit der Ventura-Reiseagentur wollen wir buchen, das haben wir im Internet recherchiert. Wir machen uns also auf den Weg zum Reisebüro, finden aber das Büro nirgends an der angegebenen Adresse. Urplötzlich kriegt Moni starke Bauchkrämpfe und wir müssen uns ins Hotel zurück sputen.

Am Nachmittag geht es ihr aber bereits wieder besser und so unternehmen wir eine auf Trinkgeld basierende Walkingtour durch das Stadtzentrum. Wir treffen uns auf dem Vorplatz bei der Kirche San Francisco. Brian ist unser Führer, wir sind nur zu sechst, noch ein Paar aus den USA und ein Paar aus England begleiten uns auf der Tour.

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Arequipa ist mit knapp einer Million Einwohnern (2. grösste Stadt Perus) das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des südlichen Perus. Die Unesco erkärte im Jahr 2000 das Stadtzentrum zum Weltkulturerbe.

Die Stadt trägt den Beinamen «die weisse Stadt», dies bezieht sich aber wahrscheinlich nicht auf das weisse «Sillar-Gestein» vulkanischen Ursprungs, mit dem viele historische Gebäude im Zentrum erbaut wurden, sondern eher auf die hellere Hautfarbe der ehemals im Stadtzentrum lebenden, spanischstämmigen Bewohner, die es den Einheimischen verboten, in der Innenstadt zu leben!

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Wir spazieren durch Downtown Arequipa und Brian erzählt uns über dessen Bewohner, wir erhalten in einem Restaurant einen Drink mit Maracuja sowie «Lomo Saltado» zum Probieren, danach besuchen wir eine Fabrik, in der sie Wolle verkaufen. Wir sehen zuerst die verschiedenen Lama- und Alpakaarten, danach deren unterschiedlich feine Wolle und wie sie traditionell gefärbt und gewoben wird. Die Wolle der wildlebenden und geschützten Vicunas ist übrigens die wertvollste, wertvoller als alle anderen Wollarten! Danach können wir noch den Verkaufsladen begutachten, das war wirklich interessant.

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Weiter geht’s, in einer kleinen Schokoladenfabrik erhalten wir einen Schokoladentee und natürlich auch Schokolade zum Degustieren. Danach erklärt uns Brian alles rund um die Plaza de Armas und deren Gebäude, die Anlage der Kathedrale ist riesig gross! Auch die umliegenden doppelstöckigen Bogengänge sind architektonisch extrem sehenswert. Weiter besuchen wir einen Klosterkomplex, von wo aus wir tolle Fotos knipsen können. Am Ende der Tour führt er uns in eine Bar, wo uns gezeigt wird, wie Pisco Sour gemixt wird, natürlich erhalten wir auch ein Versucherli als Abschluss.

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Als wir uns dann wieder auf die Suche nach der Ventura machen, platzt Stefan der Kragen, wir finden dieses doofe Reisebüro einfach nicht! Ein Bier und ein Stück Kuchen später schreibt Moni dem Büro ein SMS. Nach einigem hin und her versuchen wir unser Glück nochmals. In einer kleinen Nebengasse hinter einem hohen Gittertor, im ersten Stock einer Wohnung werden wir dann endlich fündig! Thomas öffnet uns die Türe, welch Überraschung, ein Schweizer! Er macht eine 5-monatige Tourismus-Stage beim Anbieter, damit er in der Schweiz weiter studieren kann! Der Inhaber erklärt uns den Ablauf der Tour, welche wir buchen wollen, wir sind begeistert und sagen zu.

Auf Empfehlung von Thomas geht’s am Abend ins Ty’nkay, wo uns eine Japanische-Peruanische Fusion-Küche (genannt Nikkei) erwartet. Innen sieht das Restaurant nicht nach viel aus, es hat auch nur sechs Tische. Dafür kommen bereits beim Verkosten der Vorspeise Glücksgefühle auf, das Deko-Salz brennt auf der Schiefertafel! Auch die Sushirollen und der Hauptgang (Quinoa mit Pisco und Crevetten) sind der Hingucker, wir sind auch vom Geschmack absolut begeistert. Leider sind die Portionen nicht sehr gross, aber, wir kommen wieder, versprochen!

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Als Absacker gibt es im Museo de Pisco noch einen feinen Drink mit logischerweise Pisco, es gibt hier eine Vielzahl an verschiedensten Varianten des berühmten Peruanischen Getränks. Moni’s Drink mit  Aperol ist ihr aber etwas zu stark, was sich dann am nächsten Morgen in Kopfschmerzen umwandeln wird.

Pisco Cocktail im Pisco Muesum

Heute besuchen wir die Sehenswürdigkeit Nr. 1 von Arequipa, das Nonnenkloster Monasterio de Santa Catalina, wo heute noch 16 Klosterfrauen leben. Wir buchen eine stündige Tour mit deutschsprachiger Führerin. Es ist interessant zu hören, wie es früher in diesem Kloster zugegangen ist, die Nonnen waren zwar extrem reich, mächtig und hatten Bedienstete sowie ein eigenes Häuschen, sie durften aber nie aus dem Klostergelände raus!

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Das Kloster wurde im Jahre 1579 gegründet und besticht durch die Grösse und die sehenswerten Torbogen, Strassen mit spanischen Namen und lauschigen Plätzen. Die Führung ist sehr spannend, es war ein hartes Klosterleben, mit Selbstkasteiung und steter Kontrolle, die Nonnen durften zum Beispiel nie alleine Baden oder Spazieren gehen, das ging immer nur zu zweit!

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Nach drei Monaten strikter Abstinenz darf sich Stefan beim Türken nach dem Klosterbesuch einen Kebab gönnen. Naja… es kommt mit Pouletfleisch und falscher Sauce, aber immerhin… will ja nicht meckern.

Wir schlendern durch die Einkaufsmeile und suchen lange nach einem Shop, welcher Parfums verkauft, das ist erstaunlich schwierig zu finden in Peru! Als wir endlich einen Laden finden, hat es keinerlei uns bekannte Markenparfums. Moni möchte die Katze nicht im Sack kaufen, da nimmt die Verkäuferin ein dickes Musterbuch hervor und sucht das gewünschte Duftmüsterli, von welchem Moni dann probieren kann.

Moni nötigt den armen Stefan zum Coiffeur und er lässt sich überreden…. ein fataler Fehler! Obwohl wir der Coiffeuse zweimal sagen, sie solle nur wenig Haare abschneiden, ist ratzfatz hinten alles weg und auf der Seite kurz rasiert, dafür vorne lang… naja, wächst ja hoffentlich schnell wieder nach… Stefan kommt sich vor wie ein frisch geschorenes Alpaka!

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Heute ist Tag eins unserer Trekking-Tour. Früh am Morgen holen uns René, unser Guide und Eduardo, unser Chauffeur mit einem ziemlich neuen Hyundai Santa Fe im Hotel ab. Mit diesem bequemen Fahrzeug kurven wir fast vier Stunden den Berg hinauf bis auf 4’900m!

Nach Pinkelpause und einem Coca-Kräutertee fahren wir in den Colca Canyon hinein. Unterwegs sehen wir (dank Stefan’s Adlerauge) drei Könige der Lüfte kreisen, die Andenkondore, juhuii! Für ein sauberes Foto reicht es leider nicht aus, die Vögel fliegen viel zu hoch.

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Der Canyon ist, je nachdem, ob man vom höchsten Berggipfel nahe der Schlucht aus bis zum Fluss oder vom Rand der Schlucht, 3’270m bzw. 1’200m tief. Als Vergleich, der Grand Canyon ist dagegen nur ca. 1’800m tief! Der Colca Canyon ist nach dem Yarlung Zangbo (China) der zweittiefste Canyon Welt!

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Die Hänge des Canyons wurden vielfach von menschlicher Hand zu fruchtbaren Terrassen ausgebaut, viele davon stammen aus der Vor-Inka-Zeit, auch die heutigen Bewohner nutzen diese Terrassen für ihre Landbebauung.

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Vorbei an atemberaubenden Landschaften, Seen, Gletschern und Vulkanen kommen wir nach Cabanaconde, einem kleinen Dorf, welches auf 3’700m Höhe liegt. Von hier aus starten wir unser Trekking hinunter in den Canyon. Das Wetter spielt mit und wir steigen bei bester Sicht hinunter bis auf 2’350m! Das Ganze geschieht in nur sechs Kilometern, das heisst, es geht steil den Berghang hinunter! Moni trifft unterwegs sogar auf eine Schlange! Heil unten angekommen führt unser Weg über eine wackelige Holzbrücke ans andere Ufer. Danach kraxeln wir wieder steil den Hang hinauf, von wo aus uns ein schmaler Pfad (direkt am Abhang entlang) durch ein urwaldähnliches Szenario führt. Vorbei an Fruchtbäumen wie Apfel, Avocado, Birnen, Granatapfel oder Bananenstauden wandern wir den Bewässerungsanlagen (ähnlich einem Wallweg) aus der Vor-Inka-Zeit entlang.

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Spät am Nachmittag erreichen wir San Juan de Cuccho, wo wir in unserem einfachen Hostel eine warme Suppe mit extrem scharfer Chili-Sauce und Alpakafleisch erhalten. Sobald wir unser Zimmer bezogen haben, regnet es kräftig. Am Abend relaxen wir bei einem Jass zu zweit.

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Ein üppiges Frühstück mit Pfannkuchen und Eier wartet auf uns hungrige Mäuler. Danach wandern wir durch die Plantagenterrassen hoch und wieder hinunter. Wir haben beschlossen eine Abkürzung zu nehmen, dazu müssen wir aber ein Flussbett überqueren. Da es die Nacht stark geregnet hat, wissen wir nicht, was uns erwartet. René erzählt etwas von nassen Füssen. Es ist aber nicht so schlimm und wir schaffen es auf abenteuerliche Weise, mit relativ trockenen Schuhen, das Bachbett zu durchqueren.

Nach einem dreistündigen Marsch bei bestem Wetter erreichen wir nach einem steilen Abhang die Oase, in welcher wir uns ausruhen können. Wir ziehen uns in einem Häuschen um und geniessen den erfrischenden Swimmingpool. Die Avocados für das stärkende Mittagessen werden direkt vom Baum gepflückt.

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Jetzt kommt der harte Teil unseres Trekkings. Wir müssen 1’350 Höhenmeter den Canyon hinauf «klettern». Es gäbe da noch einen einfacheren Teil, man könnte auch auf dem Rücken eines Mulis den Hang hinaufklettern, das kommt für uns natürlich nicht in Frage. So marschieren wir mit schweren Rucksäcken den steilen Berghang hinauf. 3 ½ Stunden dauert die Kraxelei, es geht immer nur bergauf, definitiv nichts für «halbe Hosen». In der letzten Stunde fängt es an zu regnen, trotzdem sind wir froh, dass uns die Sonne nicht noch zusätzlich auf den Buckel scheint, es ist anstrengend genug. Die anderen Trekking-Gruppen machen diese Strapaze um 03.15 Uhr, das heisst in stockdunkler Nacht! Ziemlich kaputt aber sehr glücklich, dass wir das geschafft haben, kommen wir auf dem Gipfel an. Moni kriegt vor lauter Freude auf den letzten 20 Metern kaum mehr Luft!

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Jetzt müssen wir noch durch die Felder marschieren, wo unsere Schuhe nun definitiv nass werden. In Cabanaconde angekommen, beziehen wir unser Zimmer im Hostel. Eine heisse Dusche wurde uns versprochen, ja, die kriegen wir! Kalt kann man nicht einstellen und so wird das Wasser so heiss, dass wir uns nur benetzen können, richtig duschen ist nicht drin!

Mit Guide und dem Fahrer laufen wir das Dorf ab, um ein geeignetes Restaurant zu suchen. Wir wählen ein lokales Restaurant, wo die Spezialität Hühnchen mit Pommes und Salat ist. Das Huhn wird in einem Ofen gegart, einfach aber es schmeckt gut! Vorher hatten wir im Zimmer kein fliessendes Wasser mehr und haben reklamiert. Als wir zurückkommen, hat es zwar Wasser, es läuft und läuft und wir können das Wasser nicht mehr abstellen! Wir reklamieren nochmals und der Angestellte zeigt uns, wie wir im WC das gesamte Wasser abstellen können, mühsam! Im Zimmer ist es leider auch unangenehm kalt und unsere durchnässten Klamotten und die Schuhe trocknen nicht über Nacht.

Am Morgen geht’s in Socken (die Schuhe sind leider immer noch nass) und warm eingepackt in den Frühstücksraum, wo uns eine Pfütze voll Kaffee serviert wird. Danach werden wir mit dem Fahrzeug zu den verschiedenen Aussichtspunkten geführt, um die Kondore zu besichtigen. Der Cruz del Condor Mirador ist der bekannteste Ort, um die Segler früh am Morgen zu beobachten. Anfangs ist es sehr neblig-bewölkt, als wir aber beim Aussichtspunkt angelangen, geniessen wir die fantastische Aussicht auf das Nebelmeer und die Berge! Einen Kondor sehen wir, er landet nicht weit von unserem Aussichtspunkt, als er wieder davonfliegt, kriegen wir leider keine tollen Fotos hin… dafür treffen wir hier auf unsere Freunde aus Sucre, Päde und Livia, was für ein Zufall!

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Wir besuchen noch weitere Aussichtspunkte, um die beeindruckende Szenerie mit den Gemüse- und Früchte-Terrassen zu besichtigen. Kondore sehen wir zwar, leider nur von weitem. Anschliessend besuchen wir noch ein kleines Dorf im Colca Canyon, wo sich die Touristen mit kleinen, geschmückten Alpakas fotografieren lassen können, gegen Bares, versteht sich. Auch einige gefangene Adler posieren für Fotos, obwohl das eigentlich verboten ist. René präsentiert uns ein Kuriosum: in einem kleinen Shop gibt es einen Totenkopf, dessen Schädel merkwürdig deformiert ist. Man vermutet, dass früher die Menschen das absichtlich so gemacht haben, man hat aber keine Erklärung dafür.

Weiter geht’s bis nach Chivay, wo René in Kürze ein Backpacker-Hostel errichten will. Das Land dazu hat er bereits gekauft. Hier relaxen wir in den Hot Springs, im fast 40grädigen Wasser vulkanischen Ursprungs. Hach, das ist eine Wohltat für unsere arg gebeutelten Waden! Es hat neben uns auch praktisch keine Menschen im Bad! Völlig aufgeweicht werden wir zum Buffetrestaurant kutschiert, wo wir diverse peruanische Speisen versuchen dürfen.

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Jetzt geht es wieder zurück nach Arequipa, unterwegs müssen wir uns durch Schneeregen kämpfen, auf dem Pass oben liegt Schnee auf der Strasse und es hat einen Pickup überschlagen. Die Polizei ist bereits vor Ort, die Strasse ist gefährlich rutschig und unser Fahrzeug hat sicher keine Winterpneus montiert. A propos Pneu: Moni hört die komischen Geräusche zuerst, danach Stefan… was ist das? Der Fahrer meint, dass sei normal… naja, wir haben hinten einen Platten eingefahren. So muss der Chauffeur im kalten Regen unters Auto kriechen und mühsam das Reserverad lösen! Er wird dabei ziemlich dreckig… freut sich aber später an den von ihm geknipsten Fotos.

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Heute haben wir uns für die Kochklasse angemeldet! Um 10’00 Uhr warten wir beim Eingang vom Hotel Arthur, wo wir von unserem Starkoch erwartet werden sollten. Leider ist er nicht da, er hat unsere Mailantwort nicht erhalten und ist davon ausgegangen, dass der Kurs nicht stattfinden wird! Mit einer halben Stunde Verspätung erscheint er aber im Restaurant.

Als erstes geht’s mit dem Auto zur Marktbesichtigung des Mercado San Camilo, dieser wurde übrigens von keinem geringeren Architekten als Gustave Eiffel konstruiert! Wir begutachten zuerst die riesige Früchteabteilung, wo wir diverse Früchte mit unbekannten Namen verkosten dürfen: Granadillas, Lucma, Chirimoya, Pitahaya, insgesamt testen wir acht solche Früchte, ein Geschmackserlebnis!!! Makaber, manche Verkäufer hängen ob ihrem Stand eine schwarze Puppe auf, das soll Glück bringen!

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Nachdem wir dem Markt von oben gesehen haben, begleitet uns Arthur durch die Fruchtsaftabteilung, danach geht’s in die Fleischabteilung (Stierpenis und Hoden sind übrigens beliebte Aphrodisiaka), weiter in die Kartoffelabteilung (in Peru werden ca. 2’000 verschiedene Sorten angebaut), dann besuchen wir die Fischabteilung bevor wir die Kräuterhexenabteilung begutachten. Es folgt eine Käse-Degustation, danach die Olivenverkostung, Arthur erklärt uns alle Spezialitäten und Eigenheiten, der Besuch des Marktes mit einem Profi ist sehr spannend!

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Wir fahren zurück zum Restaurant, wo wir zuerst die beiden Gerichte wie in einer Schulstunde brav aufschreiben. Arthur war schon in den USA, England und in Frankreich in verschiedenen Restaurants tätig und er verfügt über ein riesiges Fachwissen!

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Zuerst wird uns ein Chilcano Pisco offeriert. Als nächstes kochen wir zusammen Ceviche und shaken einen leckeren Pisco Sour. Danach kreieren wir Lomo Saltado de Alpaca mit Chicha morado (das Erfrischungsgetränk der Peruaner). Alle benötigen Zutaten sind bereits fein säuberlich in der Restaurantküche vorbereitet, wir erhalten eine Kochschürze und los geht’s! Arthur zeigt uns, wie man richtig steht, das Messer richtig hält und wie man Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, etc. schneidet. Das Kochen mit ihm macht uns riesig Spass und schon wenig später sind wir stolze Köche unseres eigenen Ceviches! Das Shaken des Pisco Sour will gelernt sein, drei Minuten lang muss der eiskalte Drink geschüttelt werden! Auch das Anbraten des Alpakafleisches ist ein Erlebnis, die Flammen lodern hoch, als wir das Fleisch kurz aber heftig anbraten! Wir sind beide total begeistert von diesen Kochstunden und geniessen unsere selbstgemachten Peruanischen Spezialitäten!

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Am Abend beraten wir unsere Weiterreise und buchen über «Peruhop» eine dreitägige Busreise von Arequipa aus bis nach Lima.

Die letzten beiden Tage verbringen wir gemütlich, wir schlendern planlos durch das Stadtzentrum oder geniessen das Nichtstun. Wir arbeiten an unserer Webseite und gönnen uns am Abend die feinsten Gerichte, die Peruanische Küche gehört wirklich zu den besten der Welt! Leider ist das Wetter wechselhaft und es regnet viel und ist relativ kühl.

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